Wrackteile des im Iran abgestürzten Flugzeugs | Bildquelle: AP

Flugzeugabsturz im Iran Feuer an Bord - kein Notruf der Piloten

Stand: 09.01.2020 11:03 Uhr

Der Iran hat neue Erkenntnisse zum Absturz der Boeing 737 veröffentlicht. Demnach brannte es an Bord, die Piloten wollten zurückfliegen, setzten aber keinen Notruf ab. Kiew schickte eigene Ermittler nach Teheran.

Der Iran hat nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran bekräftigt, dass eine technische Ursache zu der Katastrophe geführt haben soll. Nach einem vorläufigen Bericht der Luftverkehrsbehörde brannte die Maschine unmittelbar vor dem Unglück.

Die Besatzung habe versucht, das Flugzeug zurück zum Flughafen zu steuern, als es abstürzte. Es habe keine Funkverbindung mit dem Piloten gegeben, die auf eine ungewöhnliche Situation hingedeutet hätte. Der Flugschreiber und der Voice Recorder, der Gespräche im Cockpit aufzeichnet, seien im Besitz der Ermittler. Die Geräte seien aber beschädigt.

Augenzeugen wollen Feuer gesehen haben

Die Behörde verwies auf Aussagen von Augenzeugen am Boden. Das Feuer hätten außerdem Augenzeugen in einem anderen Flugzeug gesehen, das in großer Höhe in der Nähe der Unglücksmaschine unterwegs gewesen sei. Bei dem Absturz kamen alle 176 Insassen an Bord ums Leben.

"Wegen eines technischen Defekts hat die Maschine Feuer gefangen und dies führte zum Absturz", sagte Verkehrs- und Transportminister Mohammed Eslami der Nachrichtenagentur Isna. Spekulationen über einen "verdächtigen" Absturz und Gerüchte über einen Abschuss der Boeing 737 oder eine Terroroperation seien alle falsch, sagte der Minister. Wie er zu diesen Erkenntnissen kam, sagte Eslami nicht.

Die Suche nach der Ursache des Absturzes der Passagiermaschine nahe Teheran
tagesthemen 22:30 Uhr, 08.01.2020, Natalie Amiri, BR

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Auch ukrainische Experten suchen nach Ursache

An der Untersuchung der Unglücksursache beteiligen sich auch ukrainische Experten. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj flogen Spezialisten aus Kiew zur Absturzstelle. Sie sollen bei der Suche und Identifizierung von Passagieren der Boeing 737 helfen. "Sie werden auch hinzugezogen, um die Leichen der Ukrainer zu überführen", sagte er. Auf seine Anweisung hin hatte die ukrainische Staatsanwaltschaft Ermittlungen eingeleitet.

Die Maschine von Ukraine International Airlines stürzte gestern kurz nach dem Start aus etwa 2400 Metern Höhe auf ein offenes Feld nahe dem Teheraner Vorort Parand ab. Sie war auf dem Weg von Teheran in die ukrainische Hauptstadt Kiew.

Keine Erkenntnisse über deutsche Opfer

Das Außenministerium in Kiew hatte zunächst auch von drei Deutschen gesprochen, die an Bord gewesen sein sollen. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte am Mittwochabend jedoch mit, dass es bislang keine Erkenntnisse über Todesopfer aus Deutschland erhalten habe.

Im Fokus der Ermittler stehen nun die letzten Minuten der Maschine. Die iranischen Behörden hatten kurz nach dem Vorfall von einem technischen Defekt gesprochen, ohne aber zu erklären, worauf sie sich bei ihrer Einschätzung berufen. Irans Präsident Hassan Rouhani forderte später eine lückenlose Aufklärung, wie der Nachrichtensender Chabar berichtete.

Warnung vor Spekulationen

"Die Erfahrung lehrt, dass vorschnelle Einschätzungen oft daneben liegen", sagte der Luftfahrtexperte Cord Schellenberg dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Wir sollten die ersten offiziellen Untersuchungsergebnisse abwarten, die laut internationalen Vereinbarungen in 30 Tagen vorliegen müssen." Der Luftfahrtjournalist Andreas Spaeth hatte im Gespräch mit tagesschau.de auf Ungereimtheiten hingewiesen.

Selenskyj warnte vor Spekulationen. Ungeprüfte Informationen sollten nicht weitergegeben werden, sagte er. Nach Angaben der iranischen Staatsanwaltschaft wurden die beiden Blackboxen mit den Flugdaten bereits geborgen. Von ihnen erhoffen sich die Experten Aufschluss zur Ursache. Laut Airline wurde die noch nicht mal vier Jahre alte Boeing erst am vergangenen Montag überprüft.

Zusammenhang mit Raketenangriffen unklar

Weltweit umfliegen mittlerweile mehrere Fluggesellschaften den iranischen Luftraum. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte Airlines aus ihrer Heimat bereits vor dem Absturz untersagt, überhaupt noch über den Irak, den Iran, den Persischen Golf und den Golf von Oman zu fliegen.

Der Iran hatte in der Nacht zu Mittwoch US-Militärstützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen. Die FAA begründete das Flugverbot für zivile Flugzeuge aus den USA mit der erhöhten militärischen Aktivität und wachsenden politischen Spannungen.

Ob ein Zusammenhang zwischen dem Absturz der ukrainischen Maschine und der militärischen Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran und den USA besteht, ist noch völlig unklar.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Januar 2020 um 10:00 Uhr.

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