Flagge Iran | Bildquelle: REUTERS

Geheimdienstmitteilung Iran vermeldet Aufdeckung von CIA-Netzwerk

Stand: 22.07.2019 15:59 Uhr

17 Iraner sollen in "sensiblen Bereichen" des Landes für den US-Geheimdienst CIA spioniert haben. Sie seien verhaftet und teils zum Tode verurteilt werden, hieß es aus Teheran. Die Reaktion aus Washington: alles Lüge.

Im Juni hatte der Iran mitgeteilt: Wir haben ein Netzwerk von US-Spionen aufgedeckt. Nun legte das Geheimdienstministerium in Teheran nach: Seit der "erfolgreichen" Zerschlagung eines CIA-Spionagenetzwerks im Juni seien 17 Verdächtige festgenommen worden, sagte der Leiter der Spionageabwehr des iranischen Geheimdienstministeriums vor Journalisten in Teheran. Einige von ihnen seien inzwischen zum Tode und andere zu langen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ob die jetzt gemeldeten Festnahmen mit den Ereignissen im Juni im Zusammenhang stehen, blieb unklar.

Rekrutiert bei Visums-Beantragung?

Die Spione hätten in sensiblen und entscheidenden Bereichen der Sparten Atomenergie, Infrastruktur, Wirtschaft, Militär und Cybertechnologie gearbeitet. Dort hätten sie geheime Informationen gesammelt. Bei allen 17 Verdächtigen handele es sich um Iraner. Sie seien rekrutiert worden, als sie ein Visum für die USA beantragten oder ein älteres Visum erneuern wollten.

Das iranische Fernsehen veröffentlichte Aufnahmen, die CIA-Agenten zeigen sollen, die mit den mutmaßlichen Spionen in Kontakt waren. So soll ein Iraner in den Vereinigten Arabischen Emiraten von der CIA rekrutiert worden sein.

Trump: "Bloß mehr Lügen und Propaganda"

Die Reaktion der US-Regierung fiel knapp aus: Sowohl Außenminister Mike Pompeo, ein früherer CIA-Direktor, als auch Präsident Donald Trump sprachen von einer Lüge. Irans Regime habe eine "lange Geschichte von Lügen", sagte Pompeo. Er empfehle, die aktuelle Behauptung "mit Vorsicht zu genießen". Trump twitterte: "Null Wahrheit. Bloß mehr Lügen und Propaganda."

Vermehrte Spannungen seit Drohnenabschuss

Die Mitteilung aus Teheran fällt in eine Zeit massiver Spannungen mit den USA. Ende Juni hatte der Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne durch die iranischen Revolutionsgarden über der Straße von Hormus fast zu einer militärischen Konfrontation geführt. US-Präsident Trump stoppte nach eigenen Angaben erst in letzter Minute einen Vergeltungsangriff.

Im Juni hatte der Iran einen Mann wegen angeblicher Spionage für den US-Geheimdienst CIA hingerichtet. Der Mann war Angestellter der Raumfahrtabteilung im Verteidigungsministerium. Er und seine Ehefrau waren bereits im Jahr 2010 wegen Spionage für die CIA verhaftet worden, nachdem den Ermittlern zufolge Beweise in ihrer Wohnung sichergestellt wurden. Nach jahrelangen Untersuchungen hatte dann ein Militärgericht den Mann zum Tode verurteilt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2019 um 12:00 Uhr.

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