Der Ort an dem der iranische Physiker Fachrisadeh ermordet wurde - in Absard, eine Kleinstadt östlich von Teheran. | Bildquelle: AP

Teheran beschuldigt Israel Iranischer Atomphysiker ermordet

Stand: 27.11.2020 18:06 Uhr

Im Iran ist ein hochrangiger Atomwissenschaftler bei einem Attentat getötet worden. Er soll maßgeblich am Atomprogramm beteiligt gewesen sein. Die Verantwortung für den Tod des Physikers liegt laut iranischer Führung bei Israel.

Ein hochrangiger iranischer Atomphysiker ist im Iran einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. "Wir geben hiermit den Märtyrertod von Doktor Mohsen Fachrisadeh bekannt", erklärte das Teheraner Verteidigungsministerium im Staatsfernsehen. Gleichzeitig machten mehrere iranische Stellen Israel für die Ermordung verantwortlich.

Dem Verteidigungsministerium zufolge wurde Fachrisadeh "von Terroristen" in seinem Wagen angeschossen und schwer verletzt. Er sei später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Örtliche Behörden bestätigten den Tod des Physikers und auch einiger Angreifer. Der 63-jährige Fachrisadeh war Experte für die Herstellung von Raketen und Mitglied der iranischen Revolutionsgarden. Zuletzt leitete Fachrisadeh die Abteilung für Forschung und technologische Erneuerung im Verteidigungsministerium.

Iranische Führung beschuldigt Israel

Hossein Deghan, Berater des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Khamenei, beschuldigte Israel direkt und drohte den Verantwortlichen mit Vergeltung. "In den letzten Tagen des politischen Lebens ihres zockenden Verbündeten versuchen die Zionisten, den Druck auf den Iran zu verstärken und zu erhöhen, um einen kompletten Krieg zu führen", schrieb er auf Twitter, offenbar mit Bezug auf US-Präsident Donald Trump. "Wir werden wie ein Blitzschlag auf die Mörder dieses unterdrückten Märtyrers herabkommen und sie ihre Taten bedauern lassen."

Für den iranische Außenminister und Leiter der Atombehörde, Javad Zarif, deutet ebenfalls einiges auf Israel hin. Auf Twitter schrieb er, die feige Tat - mit ernsthaften Hinweisen auf eine Beteiligung Israels - zeige eine erbitterte kriegstreiberische Absicht der Täter. Er forderte die internationale Gemeinschaft, insbesondere die EU, dazu auf, diesen "Terrorakt" zu verurteilen.

Mord an iranischem Atomphysiker mit weitreichenden Konsequenzen
tagesthemen 21:45 Uhr, 27.11.2020, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Physiker soll Leiter des Atomprogramms gewesen sein

"Atomwissenschaftler zu ermorden, ist der gewaltsamste Kurs, um uns vom Erreichen moderner Wissenschaft abzuhalten", schrieb Hossein Salami, Kommandeur der einflussreichen iranischen Revolutionsgarde, auf Twitter. Wie die Nachrichtenagentur Fars berichtet, sei der israelische Geheimdienst jahrelang bemüht gewesen sein, ihn auszuschalten. Hintergrund soll Fachrisadehs Rolle beim iranischen Atomprogramm Amad (Hoffnung) sein, das er Anfang der 2000er-Jahre geleitet haben soll.

Israel und der Westen hatten den Vorwurf erhoben, dass es sich bei dem Programm um ein militärisches Vorhaben gehandelt habe, bei dem untersucht worden sei, ob im Iran eine Atomwaffe gebaut werden könne. Teheran beharrt seit langem darauf, dass sein Atomprogramm friedlich sei.

Israel lehnte einen Kommentar zur Tötung Fachrisadehs zunächst ab. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte den Physiker aber einst bei einer Pressekonferenz erwähnt und gesagt: "Merken Sie sich diesen Namen".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. November 2020 um 20:00 Uhr.

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