Atomanlage Fordo | Bildquelle: AFP

Atomstreit mit Iran USA streichen Sanktions-Ausnahmen

Stand: 19.11.2019 07:11 Uhr

Zusammenarbeit mit dem Iran trotz US-Sanktionen - bislang ließ die Regierung in Washington hier bestimmte Ausnahmen zu. Eine dieser Ausnahmen wird nun gestrichen. Und es gibt neue Vorwürfe gegen das Land.

Die USA streichen Ausnahmegenehmigungen für ausländische Firmen im Iran und reagieren damit auf die Wiederaufnahme der Urananreicherung durch Teheran. Bisher war es ausländischen Firmen unter bestimmten Bedingungen erlaubt, im Iran im Rahmen des nuklearen Nichtverbreitungsvertrags zu arbeiten - trotz der verhängten Sanktionen gegen den Iran. US-Außenminister Mike Pompeo sagte, dass die Ausnahmeregelungen am 15. Dezember enden werden.

Der Iran selbst hatte jüngst mitgeteilt, erneut im unterirdischen Atomkraftwerk Fardo mit der Urananreicherung begonnen zu haben. Die UN-Atomaufsicht bestätigte dies.

Atomanlage Fordo | Bildquelle: dpa
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In der rund 200 Kilometer südlich von Teheran gelegenen Atomanlage Fardo reichert der Iran wieder Uran an.

Weiterer Verstoß gemeldet

Der Iran verstößt nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde gegen eine weitere Vorgabe des Atomabkommens. Die Islamische Republik lagere derzeit mehr als die eigentlich erlaubten 130 Tonnen an Schwerwasser, teilte die IAEA in Wien mit. Der Iran habe der Behörde den Schritt am Samstag angekündigt. Am Sonntag verfügte der Iran dann über 131,5 Tonnen Schwerwasser. Schwerwasser wird in Reaktoren verwendet, die atomwaffenfähiges Plutonium herstellen können.

Das Atomwaffenabkommen von 2015 verpflichtet den Iran, sein Anreicherungsprogramm im Gegenzug für die Aufhebung internationaler Sanktionen einzuschränken. Seit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Pakt im vergangenen Jahr distanziert sich der Iran zunehmend und demonstrativ von dem Abkommen.

Die Regierung in Teheran rechtfertigt die Schritte damit, dass ihr für die Einschränkung ihres Atomprogrammes eine Aufhebung der wirtschaftlichen Isolierung versprochen worden war, diese aber wegen US-Sanktionen nicht zustande kommt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2019 um 10:30 Uhr in den Nachrichten.

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