Frau läuft in Teheran vor einer Wand mit einem gegen die USA gerichteten Bild vorbei | Bildquelle: AFP

Konflikt mit den USA Iran warnt und droht

Stand: 22.06.2019 13:19 Uhr

Im Konflikt mit den USA demonstriert Irans Regierung Stärke. Das Land werde keine Verletzungen der eigenen Grenzen dulden, betonte das Außenministerium. US-Präsident Trump erklärte: "Ich will keinen Krieg."

Nach dem kurzfristig von US-Präsident Donald Trump abgesagten Angriff auf iranische Ziele demonstriert die Regierung in Teheran Entschlossenheit. Iran sei es egal, welche Worte Trump wähle oder welche Entscheidungen er treffe, sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. "Wichtig ist nur, dass wir keine Verletzungen unserer Grenzen dulden und auf jede Gefahr konsequent reagieren werden", fügte er hinzu. Iran treffe seine Entscheidungen selbst und unabhängig von anderen.

Die iranische Regierung rechtfertigte damit auch erneut den Abschuss einer unbemannten US-Drohne, die nach Angaben aus Teheran den iranischen Luftraum überflogen hatte. Die USA erklärten hingegen, dass sich die Drohne in internationalem Luftraum befunden habe. Dies sei "wissenschaftlich dokumentiert", so Trump.

"Ich will keinen Krieg"

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump erklärte seine Bereitschaft zu Gesprächen mit Irans Führung.

Der US-Präsident machte in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC deutlich, dass er keinen Krieg wolle. "Und wenn es dazu kommt, wird es eine Vernichtung geben, wie man sie noch nie gesehen hat. Aber ich will das nicht tun", betonte er. In dem Interview zeigte sich Trump dem Sender zufolge ohne Vorbedingungen offen für Unterredungen mit Irans geistlichem und staatlichem Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei oder Präsident Hassan Rouhani.

Im anhaltenden Konflikt mit der iranischen Führung schalten die USA nun auch den UN-Sicherheitsrat rein. Am Montag soll das Gremium auf Bitten der Amerikaner hinter verschlossenen Türen über die neuesten Entwicklungen beraten. Die USA wollen dort offenbar neueste Ermittlungsergebnisse über die jüngsten Tankerangriffe vor der Küste des Oman präsentieren, für die die US-Regierung den Iran verantwortlich macht.

Auch der Iran will UN-Sicherheitsrat einschalten

Die Regierung in Teheran will dem Vernehmen nach ebenfalls den UN-Sicherheitsrat einschalten und hatte sich zuletzt auch an den UN-Generalsekretär Antonio Guterres gewandt. Guterres sagte, er habe jetzt nur einen einzigen Ratschlag zu geben: Für beide Seiten komme es darauf an, "Nerven aus Stahl" zu bewahren.

Angela Merkel spricht auf dem Evangelischen Kirchentag | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX
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Angela Merkel forderte eine politische Lösung der Krise.

Bereits morgen will sich der britische Nahostminister Andrew Murrison einschalten, und bei Gesprächen in Teheran zu einem Abbau der Spannungen in der Region beitragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine friedliche Lösung der Krise. "Ich sage, dass das nicht nur eine Hoffnung sein darf, sondern dass da mit allergrößter Ernsthaftigkeit dafür gearbeitet werden muss. Aus meiner Sicht muss es eine politische Lösung geben", sagte sie beim Evangelischen Kirchentag in Dortmund.

Fluggesellschaften meiden teilweise iranischen Luftraum

Die Folgen des Konflikts wirken sich auch auf die zivile Luftfahrt aus. Die US-Luftfahrtbehörde FAA verhängte ein Flugverbot für den Persischen Golf und den Golf von Oman. Die Anordnung gilt für alle in den USA angemeldeten Fluggesellschaften. Die zivile iranische Luftfahrtbehörde erklärte nun, der Luftraum des Landes sei für Passagierflugzeuge sicher.

Vorsorglich kündigten bereits mehrere Fluggesellschaften an, die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman zu umfliegen - unter anderem Etihad, Emirates, British Airways, die niederländische KLM und die australische Qantas.

Die Lufthansa teilte mit, auch angrenzende Landgebiete nicht mehr zu überfliegen, nachdem ihre Flugzeuge schon am Donnerstag der Meerenge und dem Golf von Oman fern geblieben seien. Teile des iranischen Luftraums würden aber noch überflogen und auch die Landeshauptstadt Teheran werde angesteuert.

Mit Informationen von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen, und Georg Schwarte, ARD-Studio New York.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Juni 2019 um 15:45 Uhr.

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