Karte: Irak, Bagdad

Irak Erneuter Angriff auf US-Basis

Stand: 14.03.2020 11:05 Uhr

Drei Tage ist es her, dass bei einem Raketenangriff auf eine US-Basis im Irak drei Soldaten getötet wurden. Nun flogen schon wieder Raketen auf den Militärstützpunkt. Dabei wurden offenbar mindestens zwei Menschen verletzt.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage ist der von den USA und Deutschland genutzte irakische Militärstützpunkt Tadschi mit Raketen beschossen worden. Das teilte die irakische Militärführung mit, wie die staatliche irakische Nachrichtenagentur INA meldete.

Demnach wurden mindestens zwei Soldaten der irakischen Luftverteidigung verletzt. INA zufolge schlugen mindestens zehn Raketen auf dem Militärstützpunkt ein. Die Bundeswehr-Soldaten hätten unverzüglich Schutz gesucht und seien nicht verletzt worden, teilte die Bundeswehr mit. In Tadschi sind derzeit etwa 50 deutsche Soldaten stationiert. Wer für den jüngsten Beschuss verantwortlich ist, ist noch unklar.

Drei getötete Soldaten bei Raketenangriff am Mittwoch

Bereits am Mittwoch waren bei einem Raketenangriff auf Tadschi zwei US-amerikanische und eine britische Soldatin getötet worden. Der Verdacht richtet sich gegen die proiranische Miliz Kataib Hisbollah. Die Gruppierung hatte den Angriff auf Tadschi gelobt. Die Zeit für die Wiederaufnahme von Dschihad-Operationen sei passend, um die "Schurken und Aggressoren" aus dem Land zu jagen, hieß es in einer Erklärung. Die schiitische Miliz zählt zu den stärksten im Irak. Sie fordert den Abzug der US-Truppen aus dem Land.

Als Vergeltung hatten die USA in mehreren Provinzen Stellungen der Miliz angegriffen. Dabei starben sechs Menschen.

Die US-Armee und auch die Bundeswehr unterstützen die irakische Armee im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" und nutzen Tadschi nördlich der Hauptstadt Bagdad als Stützpunkt.

Die neue Gewalt verschärft die schwere politische Krise im Irak. Regierungschef Adel Abdel Mahdi ist nur noch geschäftsführend im Amt, nachdem er infolge von Massendemonstrationen gegen die politische Führung des Landes seinen Rücktritt erklärt hatte. Bislang konnten sich die führenden Parteien nicht auf einen Nachfolger einigen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. März 2020 um 11:00 Uhr.

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