Ausschreitungen an der US-Botschaft in Bagdad | Bildquelle: dpa

Botschaft im Irak attackiert USA machen Iran verantwortlich

Stand: 31.12.2019 19:58 Uhr

An der US-Botschaft in Bagdad ist die Lage eskaliert. Hunderte Demonstranten griffen den Gebäudekomplex an. Für die USA ist klar, dass der Iran hinter den Ausschreitungen steckt. Präsident Trump droht mit Konsequenzen.

US-Präsident Donald Trump hat den Iran für die Ausschreitungen an der US-Botschaft im Irak verantwortlich gemacht. Auf Twitter schrieb er, der Iran orchestriere den Angriff. Dafür würden die Iraner "voll zur Verantwortung" gezogen. Der irakischen Regierung sei offiziell übermittelt worden, dass sie ihre Truppen zum Schutz der US-Botschaft einsetzen müsse.

US-Außenminister Mike Pompeo machte in Telefonaten mit der irakischen Führung deutlich, dass die US-Regierung ihre Bürger im Irak "schützen und verteidigen" werde, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums.

Sowohl der irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi als auch Präsident Barham Salih hätten Pompeo versichert, dass der Irak seine Verantwortung ernst nehme, die Sicherheit der US-Truppen und US-Einrichtungen zu garantieren, hieß es weiter. Das US-Militär sei vor Ort, um den unabhängigen und eigenständigen Irak zu unterstützen. Zuvor hatte Abdel Mahdi die Demonstranten aufgerufen, sich umgehend zurückzuziehen. Jede Aggression gegen ausländische Vertretungen werde hart bestraft.

Iran weist Vorwürfe zurück

Der Iran bestritt vehement, etwas mit den Ausschreitungen zu tun zu haben. "Die USA sollten mit diesen politischen Fehlkalkulationen und irrationalen Reaktionen vorsichtig sein", sagte Außenamtssprecher Abbas Mussawi. Anstatt anderen Ländern die Schuld zuzuschieben, sollten die USA lieber ihre "destruktive Politik" im Irak überdenken.

Außerdem sollten die Amerikaner die Tatsache akzeptieren, dass sie in den Augen der Iraker als "Besatzungsmacht" in einem souveränen Staat angesehen würden - und diese deswegen auch dagegen protestieren, sagte der Sprecher weiter.

Hunderte greifen Botschaft an

Bei den Protesten attackierten Hunderte Demonstranten die US-Botschaft in der Hauptstadt Bagdad und versuchten, das Gelände zu stürmen. Mehrere Wachhäuschen am Eingangstor zu dem Botschaftskomplex standen in Flammen.

Demonstranten, die zum Teil in Militäruniformen kamen, schwenkten Fahnen schiitischer Milizen im Irak. Ein Sprecher der Botschaft teilte dem US-Sender CNN mit, dass die Botschaft belagert sei, die Demonstranten es aber nicht geschafft hätten, den gesamten Komplex zu stürmen. Der US-Botschafter im Irak, Matt Tueller, sei auf einer privaten Reise gewesen und kehre nun in die Botschaft zurück.

Die US-Armee setzte Kampfhubschrauber zum Schutz der Botschaft ein. "Wir haben angemessene Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Sicherheit amerikanischer Bürger zu gewährleisten", twitterte der Sprecher der von den USA angeführten Militärkoalition im Irak. US-Verteidigungsminister Mark Esper erklärte unterdessen, es würden zusätzliche Truppen an die Botschaft entsandt und Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der US-Bürger zu gewährleisten.

Demonstranten haben auf dem Gelände der US-Botschaft ein Wachhäuschen in Brand gesetzt. | Bildquelle: dpa
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Demonstranten setzten Wachhäuschen in Brand.

US-Angriffe im Irak und Syrien

Hintergrund der Ausschreitungen sind die US-Luftangriffe vom Wochenende. Die USA hatten Einrichtungen der Miliz Kata'ib Hisbollah im Irak und in Syrien bombardiert. Dabei wurden 25 Menschen getötet und 50 weitere verletzt. Die vom Iran unterstützte Miliz kündigte Vergeltung für die Angriffe an.

Anlass für die US-Schläge war ein Raketenangriff auf eine militärische Einrichtung bei Kirkuk im Nordirak, bei dem am Freitag ein Mitarbeiter eines vom US-Verteidigungsministerium beauftragten Unternehmens getötet wurde. Washington betrachtet die Hisbollah-Brigaden als Urheber des Raketenangriffs.

Größte US-Botschaft weltweit

Die Botschaft in Bagdad ist nach US-Angaben die größte Botschaft der Vereinigten Staaten weltweit. Sie war im Januar 2009 offiziell eröffnet worden. Der Botschaftskomplex ist mit 42 Hektar in etwa so groß wie die Vatikanstadt.

Bereits im Mai hatte das US-Außenministerium aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Irak Teile des Personals in der Botschaft in Bagdad und dem Konsulat in Erbil zeitweise abgezogen. Im September waren zwei Raketen in der Nähe des Botschaftsgeländes in Bagdad eingeschlagen.

Angriff auf US-Botschaft in irakischer Hauptstadt Bagdad
tagesschau 20:00 Uhr, 31.12.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 31. Dezember 2019 um 18:00 Uhr.

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