Demonstranten haben auf dem Gelände der US-Botschaft ein Wachhäuschen in Brand gesetzt. | Bildquelle: dpa

Nach US-Angriff auf Hisbollah-Miliz Iraker attackieren US-Botschaft in Bagdad

Stand: 31.12.2019 14:18 Uhr

Die Stimmung im Irak heizt sich auf: Nachdem die USA Stellungen einer Miliz bombardiert hatten, entlädt sich die Wut Tausender vor der US-Botschaft. Präsident Trump macht den Iran verantwortlich und droht mit Konsequenzen.

Im Irak haben mehrere tausend Demonstranten die US-Botschaft in Bagdad angegriffen. Sie marschierten durch Kontrollposten, die den Zugang zur hochgesicherten Grünen Zone in der Stadt regeln, riefen "Tod Amerika", verbrannten US-Flaggen und hissten die gelbe Fahnen der Miliz Kata'ib Hisbollah (Hisbollah-Brigaden) an die Mauern der Botschaft.

Der US-Botschafter und seine Mitarbeiter wurden irakischen Regierungskreisen zufolge in Sicherheit gebracht. Nur einige Sicherheitskräfte der Botschaft seien zurückgeblieben. Dutzende Anhänger einer irakisch-schiitischen Miliz konnten das Gelände stürmen. Flammen stiegen auf der Anlage hoch. Mindestens drei US-Soldaten befanden sich auf dem Dach der Botschaft.

Sturm auf US-Botschaft in Bagdad nach Luftangriffen gegen Hizbollah
tagesschau 16:45 Uhr, 31.12.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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Irakischer Premier droht

Irakische Sicherheitskräfte versuchten vergeblich, die Demonstranten aufzuhalten. Als diese Wasserflaschen warfen und Überwachungskameras zerstörten, zogen sich die Mannschaften zurück. Im Stadtzentrum von Bagdad, in der sich zahlreiche Ministerien und Botschaften befinden, versammelten sich weitere Demonstranten und versuchten, in Richtung US-Botschaft zu marschieren. Iraks geschäftsführender Premierminister Adel Abdel Mahdi forderte die Menschen auf, sich umgehend zurückzuziehen. Jede Aggression gegen ausländische Vertretungen werde hart bestraft, sagte er.

Schon Sonntagnacht kam es in den überwiegend schiitischen Städten Basra und Nadschaf zu Protesten gegen die USA. Demonstranten zündeten US-Fahnen an und skandierten amerikafeindliche Parolen. Ähnliche Szenen wurden aus Kirkuk im Norden gemeldet. 

Trump gibt Iran die Schuld

US-Präsident Donald Trump macht für die Ausschreitungen den Iran verantwortlich. Dieser habe einen Auftragnehmer aus den USA getötet und viele verletzt, daraufhin hätten die USA reagiert, schrieb Trump bei Twitter. "Jetzt orchestriert der Iran einen Angriff auf die US-Botschaft im Irak." Dafür würden die Iraner "voll zur Verantwortung" gezogen. Der irakischen Regierung sei offiziell übermittelt worden, dass sie ihre Truppen zum Schutz der US-Botschaft einsetzen müsse.

Bereits im Mai hatte das US-Außenministerium aufgrund der angespannten Sicherheitslage im Irak Teile des Personals in der Botschaft in Bagdad und dem Konsulat in Erbil zeitweise abgezogen. Im September waren zwei Raketen in der Nähe des Botschaftsgeländes in Bagdad eingeschlagen.

US-Angriff im Irak und Syrien

Auslöser der aktuellen Ausschreitungen sind die tödlichen US-Luftangriffe vom Wochenende. Die USA hatten Einrichtungen der Miliz Kata'ib Hisbollah im Irak und in Syrien bombardiert. Dabei wurden 25 Menschen getötet und 50 weitere verletzt. Die vom Iran unterstützte Miliz kündigte Vergeltung für die Angriffe an.

Anlass für die US-Schläge war ein Raketenangriff auf eine militärische Einrichtung bei Kirkuk im Nordirak, bei dem am Freitag ein Mitarbeiter eines vom US-Verteidigungsministerium beauftragten Unternehmens getötet wurde. Washington betrachtet die Hisbollah-Brigaden als Urheber des Raketenangriffs.

Pro-iranische Milizionäre demonstrieren gegen die USA
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
31.12.2019 12:54 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 31. Dezember 2019 um 16:45 Uhr.

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