Demonstrant in Basra (Irak) zieht brennenden Reifen | Bildquelle: AFP

Irak Mehrere Tote bei Protesten

Stand: 24.11.2019 16:56 Uhr

Die Wut vieler Bürger im Irak auf die Regierung und Elite des Landes ebbt nicht ab. Im Süden des Landes wehrten sie sich gegen die Anordnung, die Schulen wieder zu öffnen. Bei Protesten gab es mehrere Tote.

Bei neuen Protesten im Irak haben Sicherheitskräfte nach Angaben von Polizei und Kliniken mehrere Menschen getötet. Mehr als 100 Personen seien verletzt worden.

In Bagdad setzten die Sicherheitskräfte laut Polizei und Rettungskräften Tränengas gegen die Menschenmenge ein und feuerten mit scharfer Munition. Sie hätten versucht, die Demonstranten davon abzuhalten, zur Notenbank zu marschieren. Auch in Nasirija im Süden des Landes seien scharfe Munition und Tränengas eingesetzt worden, um eine Menschenmenge zu vertreiben, die drei Brücken in der Stadt besetzt habe. Den Angaben zufolge wurden dabei drei Menschen getötet und mehr als 50 weitere verletzt. Eine vierte Person sei später im Krankenhaus an Schusswunden am Kopf gestorben.

Erneut Tote und Verletzte nach Zusammenstößen im Irak
tagesschau 20:00 Uhr, 24.11.2019

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In der Hafenstadt Um Kasr am Persischen Golf seien drei Demonstranten getötet und mehr als 90 weitere Menschen verletzt worden. Auch hier sei scharfe Munition und Tränengas abgefeuert worden. In Kerbela seien mindestens 24 Menschen verletzt worden, auch in Basra kam es zu Protesten gegen die Regierung.

Widerstand gegen Schulöffnung

Ausgelöst wurden die neuen Proteste durch eine Anordnung der Regierung, die seit fast einem Monat geschlossenen Schulen im Südirak wieder zu öffnen. In vielen Orten wurde dieser Anordnung aber nicht Folge geleistet. In Nasirija blieben zudem Verwaltungsgebäude geschlossen, weil Demonstranten die Eingänge blockierten.

Aufstand gegen korrupte Elite

Die Proteste waren Anfang Oktober ausgebrochen. Sie richten sich gegen die politische Elite, Misswirtschaft, Korruption und die hohe Arbeitslosigkeit. Insgesamt wurden dabei bislang mindestens 330 Menschen getötet.

Den Sicherheitskräften wurde in einem Regierungsbericht übermäßige Gewaltanwendung vorgeworfen. Es sind die größten Unruhen seit dem Sturz von Machthaber Saddam Hussein 2003.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2019 um 13:15 Uhr.

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