Schiitische Muslime nehmen an einer rituellen Zeremonie am Tag der Ashura vor der "Musa ibn Ja'far al-Kazim-Moschee" im Stadtteil Kadhimiya teil. | Bildquelle: dpa

Pilgerstadt Kerbela im Irak 31 Menschen sterben bei Massenpanik

Stand: 10.09.2019 16:51 Uhr

Während der Feiern zum schiitischen Aschura-Fest im Irak sind 31 Gläubige im Gedränge zu Tode gekommen. 100 Menschen wurden nach ersten Berichten bei der Massenpanik in der Pilgerstadt Kerbela verletzt.

Bei einer Massenpanik während des schiitischen Aschura-Festes in der irakischen Stadt Kerbela sind mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen. 100 Menschen seien verletzt worden, meldete die irakische Nachrichtenagentur INA unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die genaue Ursache des Unglücks war zunächst unklar.

Kerbela liegt südlich der Hauptstadt Bagdad und ist Zentrum des schiitischen Aschura-Festes. Dort ziehen jedes Jahrs riesige Menschenmassen am zehnten Tag des Trauermonats Muharram durch die Straßen. Die Schiiten erinnern an den Tod des Imams Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Einige Gläubige geißeln sich zum Zeichen der Trauer und Buße selbst.

Saddam Hussein verbot das Fest

Nach der schiitischen Überzeugung starb Hussein im Jahr 680 einen Märtyrertod. Damals waren Streitigkeiten über die rechmäßigen Nachfolger Mohammeds entbrannt. Aus diesem Konflikt entstanden schließlich mit den Sunniten und Schiiten die beiden großen Strömungen des Islams.  

Während der Herrschaft von Saddam Hussein waren Aschura-Feiern verboten. Heute ist Aschura ein nationaler Feiertag. 2005 hatte es bei einem Pilgermarsch zum Imam-Kadhim-Schrein in Bagdad mindestens 965 Tote gegeben, als nach Gerüchten über einen Selbstmordattentäter in der Menge Panik ausbrach.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. September 2019 um 16:15 Uhr in den Nachrichten.

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