Ein iPhone X auf einer Präsentation in Peking | Bildquelle: REUTERS

Spionage-Angriff auf iPhones Spähten Hacker aus China Uiguren aus?

Stand: 02.09.2019 09:47 Uhr

Angreifer aus China stecken offenbar hinter einem Hacker-Angriff auf iPhone-Nutzer. Laut einem Medienbericht habe die Attacke insbesondere auf die Volksgruppe der Uiguren abgezielt.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai 

Es waren wohl Hacker aus China, die mithilfe manipulierter Internetseiten systematisch iPhones ausgespäht haben. Das berichtet das Online-Technikmagazin Techcrunch. Demnach sei es wahrscheinlich, dass staatlich beauftragte Hacker aus China hinter der massiven Attacke auf das iPhone-Betriebssystem iOs stecken, mit dem bis Anfang dieses Jahres vermutlich zigtausende Nutzer gezielt ausgespäht wurden.

Experten des US-Konzerns Google hatten die Sicherheitslücke im iPhone-Betriebssystem Ende vergangener Woche öffentlich gemacht. Die Rede ist vom bisher schwersten Sicherheitsproblem mit iPhones überhaupt.

Eine Million Uiguren in Lagern

Techchrunch berichtet nun, dass die Spionage-Attacke offenkundig auf Angehörige der Volksgruppe der Uiguren zielte. Diese leben vor allem in China, im nordwestlichen Landesteil Xinjiang. Chinas Staats- und Parteiführung verfolgt Uiguren seit Jahren systematisch. Die Vereinten Nationen schätzen, dass mehr als eine Million Uiguren in so genannten Umerziehungslagern in China eingesperrt sind. Die allermeisten ohne Anklage oder Gerichtsurteil.

Laut Techcrunch haben die mutmaßlich staatlich-chinesischen Hacker manipulierte Internetseiten entworfen, um Uiguren auszuspionieren.

Attacke lief zwei Jahre lang

iPhones, mit denen diese Seiten geöffnet wurden, wurden infiziert. Die Hacker erlangten so Zugriff auf Messenger-Daten, Fotos, Kontakte und den aktuellen Aufenthaltsort der iPhone-Nutzer. Medienberichten zufolge lief die Spyware-Attacke bis zu zwei Jahre lang. Im Februar sei die Software-Lücke von Apple durch ein Update geschlossen worden.

Hacker aus China stecken offenbar hinter iPhone-Attacke
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
02.09.2019 09:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 09:10 Uhr in "Europa heute".

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