Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Pete Buttigieg. | Bildquelle: JUSTIN LANE/EPA-EFE/REX

Nach vollständiger Auszählung Buttigieg siegt hauchdünn in Iowa

Stand: 07.02.2020 05:50 Uhr

Tagelang hatten die US-Demokraten nach der Vorwahl in Iowa aufgrund technischer Probleme auf das Endergebnis warten müssen. Nun sind alle Stimmen ausgezählt - und der junge Bürgermeister Buttigieg liegt hauchdünn vor dem Senator Sanders.

Mit tagelanger Verzögerung haben die Demokraten in Iowa die Wahlbezirke komplett ausgezählt. Der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg hält seinen hauchdünnen Vorsprung vor dem linken Senator Bernie Sanders, wie aus den Zahlen hervorgeht, die die Demokratische Partei in Iowa am Abend veröffentlichte.

"Das sind fantastische Neuigkeiten", sagte Buttigieg. Er kommt den Angaben zufolge auf 26,2 Prozent, Sanders auf 26,1 Prozent.  Die ebenfalls linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren liegt demnach mit 18 Prozent auf dem dritten Platz. Hinter ihr folgen der frühere Vizepräsident Joe Biden (15,8 Prozent) und die Senatorin Amy Klobuchar (12,3 Prozent). Beide sind Vertreter des moderaten Parteiflügels. Wegen des überaus knappen Endergebnisses riefen zunächst weder die Demokraten noch die US-Medien einen Sieger aus.

Trotz Auszählung weiter Unklarheit

Ob Buttigieg damit der klare Gewinner der Wahl ist, ist aber weiterhin nicht ganz klar. Die veröffentlichten Zahlen dienten bei der Iowa-Vorwahl in der Vergangenheit als Gradmesser für die Bestimmung eines Siegers und wurden auch in den vergangenen Tagen von den großen US-Medien zitiert, um auszumachen, wer das Rennen anführt. Sanders bezieht sich lieber auf die absoluten Wählerstimmen, nach denen er vorne liege.

Sanders sprach dann auch von einem "sehr starken Sieg" seiner Kampagne. Am Ende gilt als entscheidend, wie viele Delegierte für einen Bewerber auf den Nominierungsparteitag im Sommer geschickt werden, wo der Präsidentschaftskandidat endgültig gekürt wird. Diese Zahlen veröffentlichte die Demokratische Partei in Iowa zunächst nicht.

Demokraten-Chef: "Genug ist genug"

Nach der Panne bei den Vorwahlen hatte die Parteiführung der Demokraten zuvor eine Überprüfung der Ergebnisse gefordert. Ob damit eine komplette Neuauszählung der Stimmen gemeint war, wurde nicht unmittelbar klar.

"Genug ist genug", schrieb Parteichef Tom Perez auf Twitter. Um das "Vertrauen der Öffentlichkeit" in das Ergebnis sicherzustellen, rief er seine Parteifreunde in Iowa dazu aus, "unverzüglich" mit einer erneuten Überprüfung zu beginnen.

Der Chef der Demokratischen Partei in Iowa, Troy Price, hatte sich für die Panne entschuldigt und versichert, die vorgelegten vorläufigen Zahlen seien absolut korrekt. Die "New York Times" hatte aber erst kurz vor Perez' Stellungnahme berichtet, es gebe Unregelmäßigkeiten bei den übermittelten Daten.

Bei diesen sogenannten Caucus-Treffen an mehr als 1600 Orten hatten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten. Bei den Demokraten verzögerten technische Probleme die Auszählung.

Trumps Wahlkampfteam reagierte prompt

US-Präsident Donald Trump, der bei der Wahl am 3. November für eine zweite Amtszeit antreten will, sprach von einem "Fiasko" in Iowa. Die Demokraten seien nicht mal in der Lage, einige Stimmen auszählen, spottete er.

Am kommenden Dienstag steht die nächste Vorwahl in New Hampshire an. In Umfragen liegt Sanders dort bislang in Führung. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Endgültig gekürt werden die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner dann im Sommer auf Nominierungsparteitagen.

Vorwahl-Chaos beendet: Buttigieg gewinnt Iowa ultraknapp
Sebastian Hesse, ARD Washington
07.02.2020 06:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. Februar 2020 um 07:27 Uhr.

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