Die Auszählung in Iowa verzögert sich weiter. | Bildquelle: AP

Vorwahl der Demokraten Parteichef will Überprüfung der Iowa-Wahl

Stand: 06.02.2020 20:37 Uhr

"Genug ist genug", schimpft der Parteichef der Demokraten nach der Präsidentschaftsvorwahl in Iowa, Perez. Noch immer gibt es kein Endergebnis. Jetzt fordert er eine Überprüfung.

Nach der Panne bei den Vorwahlen in Iowa will die Parteiführung der Demokraten eine Überprüfung der Ergebnisse. Ob damit eine komplette Neuauszählung der Stimmen gemeint war, wurde nicht unmittelbar klar.

"Genug ist genug", schrieb Parteichef Tom Perez auf Twitter. Um das "Vertrauen der Öffentlichkeit" in das Ergebnis sicherzustellen, rief er seine Parteifreunde in Iowa dazu aus, "unverzüglich" mit einer erneuten Überprüfung zu beginnen.

Der Chef der Demokratischen Partei in Iowa, Troy Price, hatte sich für die Panne entschuldigt und versichert, die vorgelegten vorläufigen Zahlen seien absolut korrekt. Die "New York Times" hatte aber erst kurz vor Perez' Stellungnahme berichtet, es gebe Unregelmäßigkeiten bei den übermittelten Daten.

Noch immer kein Endergebnis

Bei diesen sogenannten Caucus-Treffen an mehr als 1600 Orten hatten Demokraten und Republikaner in Iowa am Montagabend darüber abgestimmt, wen sie für den besten Präsidentschaftskandidaten ihrer Partei halten.

Bei den Demokraten verzögerten technische Probleme die Auszählung. Am Donnerstag gab es noch immer kein Endergebnis - keiner der Kandidaten wurde bisher zum Sieger erklärt.

Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen lag der Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg mit 26,2 Prozent vorne. Ihm folgte praktisch gleichauf mit 26,1 Prozent der linksgerichtete Senator Bernie Sanders. Drittplatziert war die Senatorin Elizabeth Warren mit 18,2 Prozent.

Der in Umfragen führende Ex-Vizepräsident Joe Biden lag mit 15,8 Prozent nur auf dem vierten Platz. Nach Parteiangaben war ein Programmierfehler für die Verzögerung verantwortlich.

Trumps Wahlkampfteam reagierte prompt

US-Präsident Donald Trump, der bei der Wahl am 3. November für eine zweite Amtszeit antreten will, sprach von einem "Fiasko" in Iowa. Die Demokraten seien nicht mal in der Lage, einige Stimmen auszählen, spottete er.

"Übersetzt", bedeute das: "Es sieht so aus, als ob Bernie in Führung gegangen ist, und das können wir nicht haben", twitterte Wahlkampfmanager Tim Murtaugh.

Am kommenden Dienstag steht die nächste Vorwahl in New Hampshire an. In Umfragen liegt Sanders dort bislang in Führung. Die Vorwahlen ziehen sich insgesamt bis Juni hin. Endgültig gekürt werden die Präsidentschaftskandidaten der Demokraten und Republikaner dann im Sommer auf Nominierungsparteitagen.

Dieser Beitrag lief am 06. Februar 2020 um 22:00 Uhr auf NDR Info.

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