Troy Price ist als Chef der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa zurückgetreten. | Bildquelle: REUTERS

Nach Chaos bei Vorwahl Chef der Demokraten in Iowa tritt zurück

Stand: 13.02.2020 03:18 Uhr

Nach dem Vorwahl-Debakel ist der Chef der Demokraten im US-Bundesstaat Iowa zurückgetreten. Bei den Abstimmungen in New Hampshire gab es derweil eine Rekord-Wahlbeteiligung.

Infolge der chaotischen Stimmauszählung bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa ist der örtliche Parteivorsitzende der Demokraten zurückgetreten. Er übernehme damit die Verantwortung für die großen Probleme bei der Auszählung, erklärte Troy Price. "Es ist eine Tatsache, dass die Demokraten etwas Besseres verdient hatten, als das, was in der Nacht der Vorwahl passierte", erklärte Price. "Es war schlicht inakzeptabel", sagte er.

Bereits am Samstag solle bei einer Sondersitzung des Parteivorstands ein neuer Interimschef gewählt werden, erklärte er weiter. Dieser soll dann auch die noch laufende Überprüfung der Ergebnisse der Vorwahl vom 3. Februar leiten. Die Abstimmung war mit großer Spannung verfolgt worden, weil es die erste Vorwahl im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten war. Bei der Abstimmung gab es dann aber massive Probleme bei der Übermittlung der Resultate aus den Wahllokalen. Die Veröffentlichung der verbindlichen Ergebnisse verzögerte sich daher um mehrere Tage.

Überprüfung der Ergebnisse gefordert

Die Demokraten haben eine Untersuchung eingeleitet, um die Ursachen des Fiaskos aufzuklären. Nach bisherigem Kenntnisstand gewann der gemäßigte frühere Bürgermeister von South Bend, Pete Buttigieg, die Abstimmung in Iowa. Der zuvor als Favorit angesehene linke Senator Bernie Sanders musste sich knapp hinter Buttigieg mit dem zweiten Platz begnügen. Die Wahlkampagnen der beiden Kandidaten haben eine Überprüfung der Ergebnisse einiger Wahllokale beantragt. Der Vorgang läuft noch.

In Iowa wird für die Vorwahlen ein kompliziertes Prozedere genutzt, das am besten mit abendlichen Wahlversammlungen zu umschreiben ist, bei denen Wähler von Anfang bis Ende präsent sein müssen. Bei der zweiten Vorwahl in New Hampshire am Dienstag hingegen handelte es sich um eine gewöhnliche Abstimmung. Sie verlief ohne Probleme bei der Auszählung. Den Sieg konnte sich dabei Sanders sichern, Buttigieg folgte ihm aber dicht auf den Fersen. Die nächste Vorwahl findet am 22. Februar in Nevada statt.

Rekord-Wahlbeteiligung in New Hampshire

Bei den Vorwahlen im US-Staat New Hampshire hat es derweil eine Rekord-Wahlbeteiligung gegeben. Mit mehr als 451.000 abgegebenen Stimmen wurde die Vorhersage von Staatsminister William Gardner sogar um 30.000 übertroffen, wie offizielle Ergebnisse zeigten. Es ist die höchste Wahlbeteiligung bei Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl, bei denen ein Amtsinhaber antritt.

Gardner hatte mit rund 292.000 Wählerstimmen gerechnet, was im Vergleich zur Wahl 2016 bereits ein Plus von 40.000 gewesen wäre. Mehr als 300.000 Stimmen entfielen auf die Vorwahl der Demokraten, mehr als 150.000 auf die der Republikaner. Eine geringe Wahlbeteiligung wäre als Zeichen der Schwäche der Demokraten gewertet worden.

Der Vermonter Senator Bernie Sanders hatte die Wahl der Demokraten mit 25 Prozent vor Ex-Bürgermeister Pete Buttigieg mit 24 Prozent gewonnen. Ihnen folgte die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar, mit 19,5 Prozent. Präsident Donald Trump bekam 86 Prozent der republikanischen Stimmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2020 um 06:00 Uhr.

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