Demonstration in Teheran | Bildquelle: AFP

Perthes in den tagesthemen "Asymmetrischer Krieg hat schon begonnen"

Stand: 03.01.2020 23:15 Uhr

Dass der Iran mit Vergeltung reagieren wird, steht für den Nahostexperten Perthes außer Frage. Geschehen werde dies aber nicht sofort, sagte er in den tagesthemen. Der asymmetrische Krieg werde möglicherweise noch heftiger.

Der Nahostexperte Volker Perthes rechnet damit, dass die Konfrontation zwischen den USA und dem Iran mit gezielten Angriffen weitergehen wird. "Es wird einen asymmetrischen Krieg geben, der ja schon begonnen hat", sagte er in den tagesthemen. Als Beispiele nannte er Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf oder auf US-Einrichtungen im Irak.

Denkbar sei, dass nach der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA dies aber "noch ganz andere Dimensionen einnehmen" könnte, so der Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik. Bisher habe man auf allen Seiten versucht, Personenschäden nach Möglichkeit zu verhindern. "Das ist nicht immer gelungen, aber es ist eben kein großer Krieg gewesen", sagte Perthes weiter.

.

Volker Perthes, Direktor Stiftung Wissenschaft und Politik, mit Einschätzungen zu den Folgen für den Nahen Osten
tagesthemen 21:45 Uhr, 03.01.2020

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Beispiellose Eskalation

Die Tötung Soleimanis sei "eine Eskalation von einer Art, die wir in den letzten Jahren nicht gehabt haben - auch nicht in dem Kleinkrieg zwischen den USA und Iran". Es habe asymmetrische Angriffe gegeben sowie einen Wirtschaftskrieg der USA gegen den Iran, "aber dass Top-Leute umgebracht werden - das haben sich die USA und ihre Gegner im Nahen und Mittleren Osten bisher nicht geleistet."

Dass die Iraner reagieren werden, ist für Perthes ausgemachte Sache: "Ein Angriff wird aber zu einem Zeitpunkt und an einer Stelle kommen, wo weder wir noch die Amerikaner es erwarten. Das wird nicht unmittelbar sein - aber es wird kommen", sagte der Politikwissenschaftler.

Deutschland soll Dialog einfordern

Deutschland müsse - etwa im UN-Sicherheitsrat - deutlich machen, dass die USA mit der Tötung des Generals vermutlich einen großen strategischen Fehler begangen hätten - "einen, den alle Vorgänger Trumps vermieden haben". Es sei Aufgabe der Deutschen und der anderen Europäer zu sagen: "Wir stellen uns hier nicht blind hinter die USA - ohne uns deshalb auf die Seite der Iraner zu stellen. Aber wir treten dafür ein, dass Dialog im Nahen und Mittleren Osten wieder beginnt."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 03. Januar 2020 um 21:45 Uhr.

Darstellung: