Kim Jong Yang | Bildquelle: dpa

Neuer Interpol-Chef Südkoreaner setzt sich gegen Russen durch

Stand: 21.11.2018 09:32 Uhr

Nach einer Kontroverse um die Personalie ist ein Südkoreaner zum neuen Chef von Interpol gewählt worden. Kim Jong Yang setzte sich gegen den russischen Kandidaten durch, vor dessen Wahl mehrere Länder gewarnt hatten.

Es ist ein herber Rückschlag für Russland: Die internationale Polizeiorganisation Interpol wählte den Südkoreaner Kim Jong Yang in Dubai zu ihrem neuen Präsidenten. Kim war zuletzt Interimspräsident von Interpol und wurde nun laut Interpol für zwei Jahre gewählt.

Russischer Gegenkandidat wird nicht Präsident

Damit zogen ihn die Mitgliedsländer dem russischen General Alexander Prokoptschuk vor, der seit 2016 Vizepräsident von Interpol war. An dieser Personalie war jedoch aus Europa und den USA Kritik laut geworden. US-Senatoren, aber auch die Ukraine und Litauen hatten vor seiner Wahl gewarnt. Sie befürchteten, dass Moskau Regierungskritiker mit Hilfe von Interpol noch stärker verfolgen werde. Russland warf den USA vor, die Abstimmung beeinflussen zu wollen.

Interpol dient als eine Art Meldestelle für die nationalen Polizeidienste, die Verdächtige außerhalb der eigenen Grenzen festnehmen wollen. Die Ersuchen um Festnahme, sogenannte Red Notices, gehen an alle Mitglieder mit dem Ziel, einen Verdächtigen festzunehmen und später auszuliefern.

Der bisherige Interpol-Chef Meng Hongwei (Archivbild von 2017). | Bildquelle: AFP
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Der bisherige Interpol-Chef Meng Hongwei wurde im September in China festgenommen.

Vorgänger unter Korruptionsverdacht

Kim vervollständigt nun die vierjährige Amtszeit seines Vorgängers Meng Hongwei, der in China festgenommen wurde. Gegen den Chinesen wird wegen des Verdachts ermittelt, Bestechungsgelder angenommen zu haben und in illegale Aktivitäten verwickelt gewesen zu sein.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. November 2018 um 09:15 Uhr in den Nachrichten.

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