Ex-Interpolchef Meng vor Gericht in China | Bildquelle: AFP

Mehr als 13 Jahre Haft Ex-Interpol-Chef in China verurteilt

Stand: 21.01.2020 09:16 Uhr

Ex-Interpol-Chef Meng ist in China wegen Korruption zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Sein Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil er 2018 bei einem Besuch in seinem Heimatland verschwunden war.

Der frühere Chef der internationalen Polizeibehörde Interpol, Meng Hongwei, ist in China wegen Korruption zu 13 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Ein Gericht in Tianjin verhängte außerdem eine Geldstrafe von umgerechnet 260.000 Euro.

In dem Prozess hatte Meng ausgesagt, in seiner Zeit als Chef der chinesischen Marinepolizei und als Vizeminister für öffentliche Sicherheit Bestechungsgelder in Höhe von 1,86 Millionen Euro angenommen zu haben.

Fall sorgte international für Aufsehen

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt. Meng war im September 2018 während eines Besuches in China verschwunden. Bis dahin hatte er in Lyon gelebt, dem Sitz von Interpol in Frankreich. Chinesische Strafverfolgungsbehörden beschuldigten ihn der Korruption. Aus der Kommunistischen Partei wurde er ausgeschlossen.

Kritiker werfen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping vor, mit Hilfe der Anti-Korruptionsbehörde immer wieder interne Gegner aus dem Weg zu räumen. Nicht nur im Kampf gegen Korruption kommt es in China regelmäßig vor, dass Menschen ohne Anklage festgenommen werden und verschwinden. Ihre Angehörigen werden nicht informiert.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Januar 2020 um 09:15 Uhr.

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