Indonesische Frau in Banda Aceh wird wegen unehelichem Sex mit Stockschlägen bestraft | Bildquelle: AFP

Scharia in Indonesien Stockschläge für außerehelichen Sex

Stand: 04.03.2019 16:22 Uhr

Sie waren beim Sex außerhalb der Ehe erwischt worden, dafür wurden zwölf Indonesier öffentlich mit Stockschlägen bestraft. In der Provinz Aceh im Norden von Sumatra gilt das islamische Gesetz, die Scharia.

In Indonesien sind sechs Paare wegen außerehelichen Geschlechtsverkehrs öffentlich mit Stockschlägen bestraft worden. Acht Menschen erhielten jeweils zwischen 17 und 25 Schläge von vermummten Scharia-Beamten, nachdem sie beim Sex außerhalb ihrer Ehe erwischt worden waren, wie die Behörden der islamisch geprägten Provinz Aceh erklärten. Vier weitere Menschen erhielten jeweils sieben Schläge als Strafe für Sex mit Partnern, mit denen sie nicht verheiratet waren.

Nach der Bestrafung waren mindestens zwei Frauen so schwer verletzt, dass sie von Scharia-Beamten weggetragen werden mussten. Dutzende Schaulustige wohnten der öffentlichen Bestrafung bei. Manche zuckten nach den Schlägen zusammen, andere filmten die Szenen mit ihren Smartphones und Tablets.

Öffentliche Bestrafung mit dem Schlagstock in Banda Aceh | Bildquelle: HOTLI SIMANJUNTAK/EPA-EFE/REX
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In der Provinz Aceh gilt die Scharia, Stockschläge sind eine gängige Strafe für Glücksspiel, Alkohohl und Sex.

Angeblich "abschreckender Effekt"

Die zwölf Männer und Frauen waren im vergangenen Jahr bei einer Razzia in einem Hotel der Provinzhauptstadt Banda Aceh festgenommen worden. Sie mussten zudem mehrere Monate in Haft. Der Leiter der örtlichen Sittenbehörde rechtfertigte das drakonische Vorgehen mit dem vermeintlich "abschreckenden Effekt" für die Verurteilten und für das Publikum. Der Schmerz der Schläge sei nicht so schlimm, übler sei die Peinlichkeit, hieß es.

Schläge für Glücksspiel, Alkohol und Sex

In der Provinz Aceh im Norden von Sumatra gilt die Scharia. Sie war im Zuge einer weitgehenden Autonomie für die Region im Jahr 2001 eingeführt worden. Stockschläge sind eine gängige Strafe für Glücksspiel, Alkoholkonsum und Sex zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern. Menschenrechtsaktivisten und der indonesische Präsident Joko Widodo fordern ein Ende der umstrittenen Praxis.

Über dieses Thema berichtete das Erste am 18. Juni 2017 um 19:20 Uhr im "Weltspiegel". Am 04. März 2019 berichtete NDR Info um 20:30 Uhr ("Das Forum").

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