Eine Frau watet durch Hochwasser in Jakarta. | Bildquelle: AP

Indonesien Mehr Tote, mehr Regen

Stand: 04.01.2020 14:44 Uhr

Die Zahl der Todesopfer nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Indonesien steigt weiter: Mindestens 53 Menschen kamen bislang ums Leben. Die Behörden erwarten weiter heftige Regenfälle.

Die Zahl der Toten nach den schweren Überschwemmungen und Erdrutschen in Indonesien ist auf 53 gestiegen. Das teilte der Katastrophenschutz mit. Wegen des Hochwassers hatten bereits mehr als 31.000 Einwohner ihre Häuser verlassen müssen. Viele suchten Zuflucht in Notunterkünften. Insgesamt sind in dem größten Inselstaat der Welt rund 400.000 Menschen von den Fluten betroffen.

Helfer auf der Suche nach Vermissten, Java/Indonesien | Bildquelle: WISNU AGUNG PRASETYO/EPA-EFE/REX
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Retter suchen Vermisste, die von herabrutschenden Erdmassen begraben wurden.

18 Stunden Dauerregen

Die Regenfälle, die am Neujahrstag begonnen hatten, waren nach Angaben der Behörden die heftigsten seit 1866. Nach 18 Stunden Dauerregen waren Flüsse über die Ufer getreten und hatten Wohngebiete überflutet, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen. Betroffen waren vor allem die Hauptstadt Jakarta und ihre Umgebung mit rund 30 Millionen Einwohnern.

In einigen Stadtteilen von Jakarta begannen inzwischen die Aufräumarbeiten. Mit Baggern und schwerem Gerät wurden die Straßen von Schlammmassen und Müllbergen befreit, die das ablaufende Hochwasser zurückgelassen hat. Zahlreiche Fahrzeuge wurden wie Spielzeugautos vom Wasser aufeinander geworfen und müssen nun abgeschleppt werden.

"Das ist unvorstellbar"

Fido Muhammad, ein Mitglied des Rettungsteams in Bekasi, einem Vorort der indonesischen Hauptstadt, sagte: "An den Schäden, die an den Häusern angerichtet wurden, kann man sehen, dass das Wasser hier mindestens drei Meter hoch gestanden hat. Und der Strom war so stark, dass sogar ein Bus umgeworfen wurde. Das ist unvorstellbar."

Überall im Katastrophengebiet helfen sich die Leute gegenseitig. Parwiji, ein Ladenbesitzer in Pondok Gede am Rande von Ost-Jakarta, erzählt: "Gestern haben wir Hilfsgüter an die Bedürftigen verteilt. Heute verteilen wir Lebensmittel, damit die Leute was zu essen bekommen."

Menschen an einer provisorischen Handyladestation in Jakarta, Indonesien. | Bildquelle: AP
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31.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und sind nun auf Notunterkünfte angewiesen.

Suppenküchen und Gummistiefel

Caritas international, das Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes, stellte nach eigenen Angaben 50.000 Euro bereit. Teams der Caritas in Indonesien befinden sich im Katastrophengebiet und haben die Nothilfe gestartet. So seien unter anderem zwei Suppenküchen eingerichtet worden. Aktuell benötigten die betroffenen Menschen besonders dringend Lebensmittel, Trinkwasser,  Gummistiefel, Planen und Decken.

Allerdings: Bis zum 10. Januar seien weitere heftige Niederschläge zu erwarten, warnen Meteorologen.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu Delhi

Indonesien - mehr Regen und mehr Tote durch Hochwasser in Jakarta
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
04.01.2020 14:20 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 04. Januar 2020 Deutschlandfunk um 12:00 Uhr in den Nachrichten und tagesschau24 um 13:00 Uhr in den "Hundert Sekunden".

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