Ein Mann mit Regenschirm geht über Haustrümmer. | Bildquelle: REUTERS

Nach Tsunami in Indonesien Regen aus Kübeln und der Vulkan grollt

Stand: 26.12.2018 12:27 Uhr

Nach dem Tsunami in Indonesien mit mindestens 430 Toten warnen Experten vor weiterer Gefahr. Der Vulkan Anak Krakatau ist noch immer aktiv. Gleichzeitig erschwert der Monsun die Bergungsarbeiten.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Ostasien

Wie aus Eimern schüttet es, die Sicht beträgt keine 100 Meter, Soldaten stapfen durch Schlamm und Trümmer. Das Meer spült an den Strand zurück, was es sich am Samstag geholt hat: Verkaufsschilder von Imbissbuden, Plastikstühle und -tische, knallbunte Gondeln eines Kinderkarrussels.

Hier tobte das Leben, bevor die Welle kam. Jetzt irren Überlebende an der Küste umher, obwohl die Behörden wegen anhaltender Tsunami-Gefahr davor gewarnt haben. "Man kann die Leute nicht daran hindern", sagt ein Retter. "Jeder hier ist verzweifelt."

Weiterhin viele Vermisste nach Tsunami in Indonesien
tagesschau 20:00 Uhr, 26.12.2018

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Ablenkung im Stadion

Im Futsal-Stadion bei Labuan ist ein Notaufnahmelager für Obdachlose entstanden. Frauen kochen Instantnudeln auf Gasflammen. Und Helferinnen versuchen, die vielen Kindern mit Spielen abzulenken. Reporter interviewen währenddessen Überlebende, die immer wieder die gleichen, furchtbaren Geschichten erzählen.

"Die erste Welle war gar nicht so hoch", erzählt ein Hotelier. "Wir haben alle übermütig Beifall geklatscht. Aber 20 Sekunden später kam die zweite, hohe Welle und hat alle von der Terrasse gespült."

"Mein Haus ist nicht zerstört", berichtet eine Frau. "Wieso bist Du dann hier?", will ein Reporter wissen. "Weil ich Angst vor einem neuen Tsunami habe. Ich bleibe hier, bis die Regierung sagt, dass es sicher ist."

Mann steht an der Küste bei Pandeglang (Indonesien) nach dem Tsunami | Bildquelle: REUTERS
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Menschen suchen nach Familienmitgliedern. Und sie versuchen, ihr verlorengegangenes Eigentum einsammeln oder schauen, was von ihren Häusern übrig ist.

Der Vulkan grollt

Weihnachtsgottesdienst in den Trümmern einer christlichen Kirche: Die Überlebenden halten Kerzen in den Händen. Nicht weit entfernt beten Gläubige zu Allah. Und in der Meerenge zwischen Sumatra und Java grollt der Anak Krakatau.

Ausbruch des Vulkans Anak Krakatau vor Indonesien im Juli 2018 | Bildquelle: GHAZALI/EPA-EFE/REX
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Die Angst vor einem neuen Ausbruch des Anak Krakataus - mitsamt einem neuen Tsunami - ist groß.

Der Ausbruch des Vulkans hat den Tsunami ausgelöst - ein Teil des Kraters ist ins Meer gerutscht. Und bis heute hat er nicht aufgehört, weiße Asche in den Himmel zu stoßen. Glut und Lava regnen ins Meer.

Der Berg ist instabil, er könnte irgendwann komplett explodieren - mit fatalen Folgen. In Indonesien wird daher jetzt über ein neues Tsunami-Warnsystem diskutiert, das nicht nur Seebeben registriert sondern auch Vulkanausbrüche. Doch niemand weiß, wie das finanziert werden soll.

Es fehlt Geld

Schon das bestehende Frühwarnsystem - nach dem verheerenden Tsunami 2004 gebaut - ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, weil es an Geld fehlt. Zudem werden Milliarden für eine Flutschutzwand rund um Jakarta gebraucht, das langsam aber sicher absackt.

Die Natur hat Jakarta mit seinen 18.000 Inseln reicht beschenkt - aber ihm auch gigantische Risiken aufgebürdet. Auf dem Pazifischen Feuerring gibt es 127 aktive Vulkane. Allein in diesem Jahr starben bei Erdbeben und Tsunami Tausende Menschen.

Indonesien: Heftiger Regen behindert Bergungsarbeiten nach Tsunami
Holger Senzel, ARD Singapur
26.12.2018 11:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Dezember 2018 um 10:00 Uhr.

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