Ein Mitglied der Rettungskräfte sucht nach Überlebenden und Toten in der Stadt Carita an der Meerenge der Sundastraße. | Bildquelle: REUTERS

Indonesien Noch mehr Tote nach Tsunami

Stand: 25.12.2018 08:26 Uhr

Nach der Tsunami-Katastrophe in Indonesien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 429 gestiegen. Der Tsunami hatte am Samstag die Küstengebiete der bei Urlaubern beliebten Inseln Java und Sumatra überschwemmt.

Bei dem verheerenden Tsunami in der Sundastraße zwischen den indonesischen Inseln Sumatra und Java sind nach neuen Angaben mindestens 429 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 1485 Menschen seien verletzt worden, 154 weitere würden noch vermisst, sagte ein Behördenvertreter.

Der Tsunami hatte am Samstagabend (Ortszeit) die Küstengebiete der bei Urlaubern beliebten Inseln Java und Sumatra überschwemmt. Auslöser war nach offiziellen Angaben eine Eruption des rund 50 Kilometer von der Küste entfernten Vulkans Anak Krakatau. Die Erschütterung hatte demnach zu einem Erdrutsch geführt, der dann den Tsunami auslöste.

Der Anak Karakatau in Indonesien am 23. Dezember | Bildquelle: dpa
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Der Anak Karakatau am 23. Dezember. Ein Erdrutsch nach dem Vulkanausbruch löste offenbar den Tsunami aus.

Hunderte Gebäude zerstört, Tausende sind obdachlos

Die Flutwelle riss Häuser, Strandhütten, Bäume und Autos mit und begrub sie unter Schlamm. Den Behörden zufolge wurden rund 700 Gebäude zerstört, Tausende Menschen sind obdachlos.

Indonesien schickte Tausende Soldaten und Polizisten in die betroffenen Gebiete. Zudem unterstützten auch freiwillige Helfer die Rettungsarbeiten, etwa vom Roten Kreuz oder den Ärzten ohne Grenzen. Auch die Kinderhilfsorganisation World Vision kündigte an, sich an den Rettungseinsätzen beteiligen zu wollen. Das katholische Hilfswerk Mesereor will Partnerorganisationen in Indonesien finanzielle Hilfe zukommen lassen.

Je länger die Rettungsarbeiten und die Suche nach weiteren Opfern andauert, desto schwieriger gestaltet sich die Identifizierung von geborgenen Leichen, weil die Körper dann zu lange im Wasser gelegen haben.

Warum schon wieder ein Tsunami in Indonesien?
tagesschau 20:00 Uhr, 23.12.2018, Anna Mundt, NDR

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Vulkanausbruch löste Flutwelle aus

Der Anak Krakatau blieb auch nach dem Tsunami aktiv, seit Monaten bricht er immer wieder aus. Luftaufnahmen zeigten, wie riesige Aschewolken aufsteigen und wie Schutt, verflüssigtes Gestein und Lava ins Meer stürzen. Eine Flanke des Vulkans droht abzurutschen. Experten vermuten, dass der Krater zum Teil eingestürzt ist. Diese immensen Massen lösten wohl den Tsunami aus.

Da der Vulkan weiter sehr aktiv ist, gelten noch bis Mitte der Woche Warnungen vor weiteren Flutwellen. Bis Mittwoch wurden Menschen aufgerufen, Küstenregionen zu meiden, berichtete ARD-Korrespondentin Tamara Anthony. Rund 12.000 Menschen seien in höhere Regionen in Sicherheit gebracht worden.

Nach Tsunami in Indonesien suchen Rettungskräfte weiter nach Überlebenden
tagesschau 10:20 Uhr, 25.12.2018

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Ein Jahr der Katastrophen

Indonesien liegt am sogenannten pazifischen Feuerring mit 127 aktiven Vulkanen. In der Region kommt es immer wieder zu Erdbeben und Überschwemmungen. Allein in diesem Jahr erlebte Indonesien gleich mehrere Katastrophen: die Erdbeben auf der Insel Lombok im Sommer, das Beben und der Tsunami auf Sulawesi mit Tausenden von Toten im September.

Vor 14 Jahren - ebenfalls an Weihnachten - tötete ein verheerender Tsunami allein in Indonesien mehr als 200.000 Menschen.

Mit Informationen von Lena Bodewein und Holger Senzel, ARD-Studio Südostasien

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Der Vulkan, die Flut und dann der Tsunami

Mann steht an der Küste bei Pandeglang (Indonesien) nach dem Tsunami

Die Küste bei Pandeglang - in ruhigen Zeiten ein beliebter Ausflugsort auch für Menschen aus der Millionenstadt Jakarta. Hier und entlang anderer Strände der Sundastraße traf der Tsunami an Land. | Bildquelle: REUTERS

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Dezember 2018 um 10:00 Uhr.

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