Bergung von Leichen. | Bildquelle: REUTERS

Indonesien Mindestens 373 Tote nach Tsunami

Stand: 24.12.2018 16:42 Uhr

Bislang hatten die Behörden von 281 Toten nach dem Tsunami in Indonesien gesprochen. Nun erhöhen sie die Zahl der Opfer nochmals erheblich: auf 373 Tote und knapp 1500 Verletzte.

Die Zahl der Menschen, die bei dem Tsunami in Indonesien ums Leben kamen, ist nochmals drastisch angestiegen: Laut Katastrophenschutzbehörde starben 373 Menschen, fast 1500 wurden verletzt. Zudem werden noch 128 Menschen vermisst. Noch am Montagmorgen hatten die Behörden von 281 Toten gesprochen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes befinden sich keine Deutschen unter den Opfern.

Rettungskräfte bergen vermehrt Opfer des Tsunamis
tagesschau 20:00 Uhr, 24.12.2018, Tamara Anthony, ARD Berlin zzt. Peking

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Hunderte Gebäude zerstört, Tausende sind obdachlos

Die angelaufenen Rettungsarbeiten kommen nur schleppend voran. In vielen Gebieten müssen sich die Einsatzkräfte durch Schutt und Trümmer kämpfen. Die Flutwelle riss Häuser, Strandhütten, Bäume und Autos mit und begrub sie unter Schlamm. Den Behörden zufolge wurden rund 700 Gebäude zerstört, Tausende Menschen sind obdachlos.

Indonesien schickte Tausende Soldaten und Polizisten in die betroffenen Gebiete. Zudem unterstützten auch freiwillige Helfer die Rettungsarbeiten, etwa vom Roten Kreuz oder den Ärzten ohne Grenzen. Auch die Kinderhilfsorganisation World Vision kündigte an, sich an den Rettungseinsätzen beteiligen zu wollen. Das katholische Hilfswerk Mesereor will Partnerorganisationen in Indonesien finanzielle Hilfe zukommen lassen.

Je länger die Rettungsarbeiten und die Suche nach weiteren Opfern andauert, desto schwieriger gestaltet sich die Identifizierung von geborgenen Leichen, weil die Körper dann zu lange im Wasser gelegen haben.

Vulkanausbruch löste Flutwelle aus

Die Flutwelle hatte die Küsten in der Meerenge der Sundastraße im Verlauf des späten Samstagabends getroffen und die Regionen Inseln Java und Sumatra überrollt. Beide Inseln sind beliebte Touristenziele. Ausgelöst hatte den Tsunami eine Eruption des rund 50 Kilometer von der Küste entfernt gelegenen Vulkans Anak Krakatau. Der Ausbruch hatte einen Erdrutsch zur Folge, durch den die Flutwelle entstand.

Der Anak Krakatau blieb auch zwei Tage nach dem Tsunami aktiv, seit Monaten bricht er immer wieder aus. Luftaufnahmen zeigten, wie riesige Aschewolken aufsteigen und wie Schutt, verflüssigtes Gestein und Lava ins Meer stürzen. Eine Flanke des Vulkans droht abzurutschen. Experten vermuten, dass der Krater zum Teil eingestürzt ist. Diese immensen Massen lösten wohl den Tsunami aus.

Da der Vulkan weiter sehr aktiv ist, gelten noch bis Mitte der Woche Warnungen vor weiteren Flutwellen. Bis Mittwoch wurden Menschen aufgerufen, Küstenregionen zu meiden, berichtete ARD-Korrespondentin Tamara Anthony. Rund 12.000 Menschen seien in höhere Regionen in Sicherheit gebracht worden.

Ein Jahr der Katastrophen

Indonesien liegt am sogenannten pazifischen Feuerring mit 127 aktiven Vulkanen. In der Region kommt es immer wieder zu Erdbeben und Überschwemmungen. Allein in diesem Jahr erlebte Indonesien gleich mehrere Katastrophen: die Erdbeben auf der Insel Lombok im Sommer, das Beben und der Tsunami auf Sulawesi mit Tausenden von Toten im September.

Vor 14 Jahren - ebenfalls an Weihnachten - tötete ein verheerender Tsunami allein in Indonesien mehr als 200.000 Menschen. Damals wurde ein Warnsystem installiert: Messbojen im Meer registrieren Seebeben, die normalerweise einen Tsunami auslösen. Da der Tsunami dieses Mal auf einen Vulkanausbruch folgte, konnten die Warnsysteme größtenteils nicht greifen.

Zwar habe es eine Warnung vor hoher Flut gegeben, sagte eine Sprecherin der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Halbmond-Gesellschaften, nicht aber vor einer Tsunamiwelle. Diese hätte eine Höhe von bis zu 90 Zentimetern erreicht. "Das klingt nicht nach viel. Aber wir wissen, dass selbst knöchelhohes Wasser einen Erwachsenen umhauen kann."

Mit Informationen von Lena Bodewein und Holger Senzel, ARD-Studio Südostasien

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Der Vulkan, die Flut und dann der Tsunami

Mann steht an der Küste bei Pandeglang (Indonesien) nach dem Tsunami

Die Küste bei Pandeglang - in ruhigen Zeiten ein beliebter Ausflugsort auch für Menschen aus der Millionenstadt Jakarta. Hier und entlang anderer Strände der Sundastraße traf der Tsunami an Land. | Bildquelle: REUTERS

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Dezember 2018 um 16:00 Uhr.

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