Erdbeben in Sulawesi | Bildquelle: AP

Indonesien 2000 Tote, Wut und ein neues Beben

Stand: 09.10.2018 08:59 Uhr

Mehr als 2000 Menschen sind in Indonesien bei der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe gestorben - 5000 bleiben vermisst. Trotzdem wollen die Behörden die Suche am Donnerstag einstellen. Das sorgt bei Bewohnern für Empörung.

Die Zahl der Toten nach dem verheerenden Erdbeben und dem Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi ist auf mehr als 2000 gestiegen. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Antara unter Berufung auf die örtlichen Behörden. Der Verbleib von mehr als 5000 Menschen in der Region ist nach Schätzungen der Katastrophenschutzbehörde noch ungeklärt.

Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab. | Bildquelle: AFP
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Soldaten begraben hier in der Stadt Poboya die Toten in einem Massengrab.

"Viele von uns sind wütend"

Für Ärger und Empörung sorgt die Ankündigung der Katastrophenschutzbehörde BNPB, die Sucharbeiten am Donnerstag einzustellen. "Viele von uns sind wütend, weil wir unsere Familienangehörigen und Freunde noch nicht gefunden haben", zitierte das Nachrichtenportal "Jakarta Globe" eine Anwohnerin, die durch die Katastrophen ihre Schwester, ihren Schwager und eine Nichte verloren hatte.

Geschäfte, Schulen und Behörden im Bebengebiet öffnen am Donnerstag wieder. Derweil bebte die Erde in Indonesien erneut. Die Erschütterungen der Stärke 5,2 versetzten die Bewohner in Angst und Schrecken. Neue Schäden wurden nicht gemeldet. "Das Beben war etwa fünf Sekunden lang deutlich zu spüren", sagte ein Behördensprecher. "Jeder ist noch vom letzten Beben traumatisiert", sagte ein Einwohner.

Indonesische Soldaten entladen Hilfsgüter aus einem Frachtflugzeug der Luftstreitkräfte von Singapur. | Bildquelle: dpa
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Indonesische Soldaten entladen Hilfsgüter aus einem Frachtflugzeug der Luftstreitkräfte von Singapur.

Viele Orte verwüstet

Seit dem Beben der Stärke 7,4 und dem darauf folgenden Tsunami am 28. September ist die Küstenstadt Palu und eine Reihe von Dörfern in der Region verwüstet. Allein in Palu starben 1539 Menschen. Die meisten dieser Opfer seien durch den Tsunami umgekommen, sagte ein Behördensprecher.

Über dieses Thema berichteten am 09. Oktober 2018 Deutschlandfunk um 04:00 Uhr sowie um 10:00 Uhr und NDR Info um 09:15 Uhr jeweils in den Nachrichten.

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