Einwohner versuchen ihre Habseligkeiten aus den Trümmern ihrer Häuser in Palu zu retten. | Bildquelle: AFP

Indonesien Tsunami fordert Hunderte Todesopfer

Stand: 29.09.2018 12:17 Uhr

Mindestens 384 Tote, viele Verletzte - und noch immer ist das gesamte Ausmaß der Tsunami-Katastrophe in Indonesien nicht abzusehen. Zerstörte Straßen und Krankenhäuser erschweren die Rettungsarbeiten.

Von Lena Bodewein, ARD-Studio Singapur

Ein Mann trägt den schlammbedeckten Körper eines kleinen Kindes, Leichen, halb bedeckt mit blauen Planen, liegen zwischen Trümmern und Müll am Ufer. Ärzte und Pfleger behandeln Verletzte im Freien - schwere Erdbeben und ein nachfolgender Tsunami haben Chaos und Verderben über die indonesische Küstenstadt Palu gebracht.

Hunderte Tote und Vermisste

Mindestens 384 Tote, Hunderte Verletzte und womöglich noch viel mehr Vermisste und unter Trümmern Begrabene - das ist die traurige erste Bilanz dieser Katastrophe.

Am Freitag bei Sonnenuntergang war die Welle auf die Stadt eingebrochen. Von Mauern, Parkdecks, Dächern aus, überall dort, wohin sie sich in Sicherheit gebracht hatten, schauten die Menschen auf das Grauen, das sich ihnen näherte. Der Tsunami überspülte mit ungeheurer Wucht die Strandpromenade, riss Häuser um und Container mit, Autos und Motorräder wurden fortgespült, und die Menschen waren in schierer Panik. Das Handyvideo, das bald danach um die Welt ging, wurde schwarz.

Steigende Opferzahlen nach Tsunami
tagesschau 20:00 Uhr, 29.09.2018, Mario Schmidt, ARD Peking

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Tsunami mit 800 Kilometern pro Stunde

Vorausgegangen waren zwei schwere Beben, das zweite in Höhe von 7,5 auf der Richter-Skala. Das Epizentrum lag im Meer knapp 80 Kilometer von der Stadt entfernt.

Palu hat 350.000 Einwohner, es ist ein ruhiger Küstenort, beliebt bei Touristen. Die verheerende Welle traf mit einer Geschwindigkeit von 800 Kilometern in der Stunde auf die Stadt. Viele Menschen spielten am Strand, ein Festival fand dort statt. Die Tsunami-Warnung - die die Behörden zunächst ausgaben, kurz darauf jedoch wieder zurückzogen - erreichte sie nicht. Weil Palu um eine schmale Bucht herum gebaut ist, wurde die Wucht der einlaufenden Welle womöglich noch verstärkt.

Hintergrund: Die Gefahren durch einen Tsunami

Tsunami ist der Begriff für eine Flutwelle, die von Erdbeben, Erdrutschen oder Vulkanausbrüchen unter der Wasseroberfläche verursacht wird. Eine solche Welle kann sich mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde ausbreiten und einen gesamten Ozean erfassen. Das Tückische: Auf hoher See sind die Flutwellen nicht größer als zwei oder drei Meter. Wenn eine Tsunami-Welle aber ins flache Uferwasser läuft, legt sie zunächst den Meeresboden auf großer Strecke trocken. Wenig später folgt eine riesige Flutwelle, die mehr als 30 Meter hoch werden kann.

Tsunami kommt aus dem Japanischen und bedeutet so viel wie "Hochwasser" oder "große Welle im Hafen". Der bislang folgenschwerste Tsunami der neueren Geschichte ereignete sich im Dezember 2004 im Indischen Ozean - nach einem der stärksten je gemessenen Beben. In mehreren asiatischen Ländern starben damals mehr als 231.000 Menschen. Ebenfalls gravierende Folgen hatte der Tsunami im März 2011 an der japanischen Küste: Etwa 19.300 Menschen starben, die Flutwelle löste zudem die Reaktorkatastrophe von Fukushima aus.

Militär im Einsatz

Tausende Häuser sind eingestürzt, Straßen weggespült, Gebäude umgerissen, Einkaufszentren und Moscheen zerstört. Weil auch die Telekommunikationswege und der Strom ausgefallen sind, gehen die Rettungsarbeiten nur langsam voran. Eine Hauptverbindungsstraße ist durch Erdrutsche unterbrochen, daher ist die Stadt schwer zu erreichen. Auf dem Flughafen können nur Helikopter landen, da die Landebahn und der Tower beschädigt sind. Doch die Behörden wollen ihn so schnell wie möglich wieder öffnen, um Hilfslieferungen zu ermöglichen.

Denn inzwischen ist auch das Militär im Einsatz, wie der Kommandeur Hadi Tjahjanto berichtet: "Zwei medizinische Teams aus Marine und Armee, dazu die nationalen Rettungskräfte und Techniker sind auf dem Weg."

Ärzte überfordert

Die Krankenhäuser sind überfordert, so viele Verletzte müssen versorgt werden, operiert wird in Zelten oder im Freien, wenn es anders nicht möglich ist. Viele Menschen sind durch Trümmerteile verletzt worden: Der Tsunami hatte die Teile von zerstörten Häusern mit brutaler Kraft umhergespült.

Am Tag danach inspizieren Menschen die umherliegenden Leichen, sie suchen ihre Angehörigen; zwischen umgerissenen Bäumen und Schutt tragen sie auf improvisierten Bahren ihre Liebsten fort. Ein trauriger Gang an einem traurigen Tag.

Hunderte Tote nach Tsunami in Indonesien
Lena Bodewein, ARD Singapur
29.09.2018 11:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. September 2018 um 13:00 Uhr.

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