Chinesischer Trawler mit 130 Tonnen Öl an Bord vor Mauritius auf Grund gelaufen. | REUTERS

Trawler verunglückt Ölpest vor Mauritius befürchtet

Stand: 08.03.2021 18:52 Uhr

Im Indischen Ozean ist ein Schiff für Hochseefischerei mit Tonnen von Öl an Bord auf Grund gelaufen. Die Bewohner des Inselstaats haben Angst vor einer Ölpest vor ihrer Küste. Es wäre nicht die erste.

Vor der Küste von Mauritius im Indischen Ozean ist ein chinesisches Hochseefischereischiff verunglückt. Es hatte 130 Tonnen Heizöl an Bord. Nach Angaben von Fischereiminister Sudheer Maudhoo gab der Kapitän der "Lurong Yuan Yu" am Sonntagabend SOS-Signale ab. Die Behörden des Inselstaates mobilisierten die Küstenwache und Soldaten, um eine Ölpest zu verhindern.

Chinesischer Trawler mit 130 Tonnen Öl an Bord vor Mauritius auf Grund gelaufen. | AFP

Der Trawler strandete bei Pointe-aux-Sables im Nordwesten der Hauptinsel, unweit der Hauptstadt Port Louis Bild: AFP

Schon Ölspuren im Wasser

Das Schiff hat nach Angaben des Ministers ein Leck, durch das ein kleiner Ölteppich verursacht wurde. Küstenbewohner berichteten auch von Ölspuren am Ufer. Schwimmende Absperrungen sollen verhindern, dass sich das Öl verbreitet.

"Wir hoffen, dass wir bis morgen oder übermorgen den gesamten Treibstoff an Bord abpumpen können. Nach vier bis fünf Tagen werden wir das Schiff dann bergen", fügte Maudhoo hinzu. Seinen Angaben zufolge befinden sich auch fünf Tonnen Schmiermittel an Bord. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden: Polizisten hätten an Bord Dokumente zu beschlagnahmt.

Die Besatzungsmitglieder wurden von den Behörden an Land gebracht. Sie befinden sich nun gemäß den Covid-19-Protokollen in Quarantäne.

Angst vor neuer Umweltkatastrophe

Die Bewohner von Mauritius sind alamiert: Erst im Juli war der japanische Frachter "Wakashio" mit tausend Tonnen Treibstoff an Bord auf ein Riff im Südosten der Insel gelaufen. Nach dem Unglück waren rund 1000 Tonnen Heizöl in das türkisfarbene Meer gelaufen. Mangroven-Wälder, Korallen-Riffe und andere Öko-Systeme wurden geschädigt.

Es war die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte des Landes. Mehr als 50.000 Menschen nahmen damals in Port Louis an einer Demonstration teil und kritisisierten den Umgang von Regierungschef Pravind Jugnauth mit dem Desaster. Für den Großteil der 1,3 Millionen Bewohner des Inselstaates ist eine derartige Katastrophe existenzbedrohend, da sie von Fischfang oder Tourismus leben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. März 2021 um 17:00 Uhr.