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Kontakt zu Sonde abgerissen Schock für Indiens Mond-Pioniere

Stand: 07.09.2019 08:50 Uhr

Es ist ein herber Rückschlag für Indiens Raumfahrt-Ambitionen: Der Kontakt zum Mondlander "Vikram" ist wenige Kilometer vor dem Ziel abgebrochen. Der Chef der Raumfahrtbehörde ist untröstlich.

 Von Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi

Angespannte Stimmung im indischen Raumfahrtzentrum in der Nacht. Wissenschaftler, ausgewählte Schüler und der indische Premierminister Narendra Modi verfolgten jeden Schritt der Landung live.

Dann trat der Chef der indischen Weltraumorganisation ISRO, Kailasavadivoo Sivan, ans Mikrofon: "Alles lief wie geplant, bis unser Raumfahrzeug knapp zwei Kilometer über der Mondoberfläche war. Dann ist die Kommunikation abgebrochen. Wir müssen die Daten nun auswerten."

Indien verliert Kontakt zur Raumsonde
07.09.2019

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Modi spricht Wissenschaftlern Mut zu

Indiens Premierminister klopfte gleich darauf dem Chef der Weltraumorganisation auf die Schulter und sprach allen Wissenschaftlern Mut aus:

"Im Leben gibt es Höhen und Tiefen. Ich sehe ihre traurigen Gesichter. Aber dabei haben Sie doch schon so viel erreicht. Das Land ist sehr stolz auf Sie. Ihre harte Arbeit hat uns vieles gelehrt. Und wenn wir es schaffen, die Kommunikation wieder aufzubauen, werden wir viele Daten auswerten können. Also lassen Sie uns die Hoffnung nicht aufgeben."

Dann folgten sehr rührende Szenen: Raumfahrtchef Sivan weinte an der Schulter des Premierministers. Im indischen Fernsehen wurde Sivan gefeiert. Er kommt aus einfachen Verhältnissen: Sein Vater ist Bauer, und er, der Sohn, hat es an die Spitze der indischen Raumfahrt geschafft.

Indiens Premier Modi und der Chef der Raumfahrtbehörde, K. Sivan | Bildquelle: AFP
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Indiens Premier Modi versuchte, den Chef der Raumfahrtbehörde aufzumuntern.

In der Hauptstadt Neu-Delhi verfolgten viele Menschen das Ereignis bei einem Public Viewing im Planetarium. Enttäuschung machte sich hier nicht breit: "Ich sehe den Mondlandeversuch als ein Sprungbrett", sagt Srishti Sharma. "Man kann doch nicht bei jedem Experiment davon ausgehen, dass es gleich perfekt ist, oder? Wir können doch von den Fehlern eine Menge lernen."

Die Mission war von vornherein riskant. Rund die Hälfte aller Versuche, auf dem Mond zu landen, ist fehlgeschlagen. Für Indien war die Mondlandung ein Prestigeprojekt. Die Mondsonde sollte in der Nähe des Südpols aufsetzen, von dort aus waren Untersuchungen des Mondbodens geplant. Ein Mondfahrzeug sollte Wasservorkommen erforschen, die bei einer indischen Mondmission zuvor bestätigt worden waren.

Positiv bleiben

Im Jahr 2008 hatte das Land schon eine Sonde gestartet, die den Mond allerdings nur umkreist hatte. Nun wollte Indien unbedingt das vierte Land werden, das auch auf dem Mond landen kann. Bislang ist das nur drei Nationen gelungen: den USA, Russland und China.

Aber wie viele Inder schaut auch der Wissenschaftler Pallav Bagla auf die positiven Aspekte: "50 Prozent unserer Mission ist ja schon erfüllt. Die Raumsonde, die derzeit den Mond umkreist, schickt schon jetzt täglich Daten an die Erde zurück."

Indien verfolgt auch weiterhin ehrgeizige Raumfahrtpläne: Modi kündigte an, dass seinem Land bis 2022 bemannte Raummissionen gelingen sollen.

Indiens Mondlandung scheint gescheitert
Sillke Diettrich, ARD Neu-Delhi
07.09.2019 07:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. September 2019 um 04:52 Uhr.

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