Der Samjhauti Express, ein Zug in Kaschmir, steht an einem Bahnhof | Bildquelle: AFP

Pakistan und Indien Entspannungssignal trotz Gefechten in Kaschmir

Stand: 02.03.2019 16:26 Uhr

Entlang der Demarkationslinie in Kaschmir wurde wieder geschossen, elf Menschen starben. Trotzdem soll am Montag eine symbolträchtige Zugverbindung wiedereröffnet werden: Der "Freundschaftsexpress" von Atari nach Lahore.

Im gefährlich aufgeflammten Kaschmir-Konflikt gibt es trotz weiterer Gefechte zwischen indischen und pakistanischen Truppen ein Entspannungssignal: Am Montag solle eine wegen der jüngsten Eskalation gestoppte Zugverbindung zwischen beiden Ländern wieder eröffnet werden, teilte der pakistanische Eisenbahnminister Sheikh Rashid Ahmed mit.

Der "Samjhauti Express", auch "Freundschaftsexpress" genannt, verbindet die zweitgrößte pakistanische Stadt Lahore zunächst mit dem indischen Grenzort Atari. Von dort geht es nach Amritsar und Delhi weiter. Die Verbindung am Dienstag war nach indischen Luftangriffen im pakistanischen Teil Kaschmirs geschlossen worden.

Elf Tote seit Dienstag

Allerdings wurden seitdem nach indischen und pakistanischen Angaben elf weitere Menschen bei Gefechten getötet. Bei einem Schusswechsel entlang der Demarkationslinie in der Region Nakiyal seien zwei pakistanische Soldaten getötet worden, teilten die pakistanischen Streitkräfte mit.

Nach Angaben der indischen Polizei wurden in einem Gefecht mit propakistanischen Rebellen im indischen Teil zwei Sicherheitskräfte getötet. Bei einer antiindischen Demonstration in der Nähe des Kampfgebiets in der Region Handwara sei ein junger Mann erschossen worden.

Indische und pakistanische Truppen feuerten am Samstag entlang der sogenannten "Line of Control" zudem mit Artillerie. Beide Seiten teilten mit, dabei seien Zivilisten getötet worden, mindestens vier.

Granaten auf Zivilisten

Nach indischen Angaben schlug in einem Haus in der Region Poonch im indischen Teil Kaschmirs eine pakistanische Artilleriegranate ein, zwei Kinder und ihre Mutter seien getötet worden. Der Vater sei schwer verletzt worden.

Männer transportieren einen verletzten Mann auf einer Trage. | Bildquelle: AFP
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Ein Verletzter wird ins Krankenhaus gebracht. Sein Haus wurde von einer Mörsergranate getroffen, die offenbar von pakistanischen Truppen gefeuert wurde.

Ein pakistanischer Behördensprecher, Umar Azam, sagte, indische Truppen hätten Dörfer im pakistanischen Teil mit schweren Waffen beschossen. Mindestens ein Junge sei dabei getötet worden.

Konflikt seit 1947

Seit einem Anschlag im indischen Teil Kaschmirs am 14. Februar ist die Lage in dem Himalaya-Gebiet aufs Äußerste gespannt. Bei dem Anschlag wurden 40 indische Soldaten getötet.

Am Dienstag griffen indische Kampfflugzeuge ein mutmaßliches Terrorcamp im pakistanischen Teil an. Am Mittwoch wurde von der pakistanischen Flugabwehr ein indisches Kampfflugzeug abgeschossen und sein Pilot gefangen genommen. Der Pilot wurde am Freitag freigelassen. Der pakistanische Ministerpräsident Imran Khan bezeichnete das als "Geste des Friedens".

Seit der Unabhängigkeit des früheren Britisch-Indien und seiner Trennung in Indien und Pakistan im Jahr 1947 beanspruchen beide Länder Kaschmir für sich - sie kontrollieren jeweils einen Teil. Die heutigen Atommächte führten bereits zwei Kriege um das Himalaya-Tal.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 02. März 2019 um 12:30 Uhr.

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