Feiernde Menschen in Pakistan nach dem Abschuss zweier indischer Kampfflugzeuge | Bildquelle: SHAHZAIB AKBER/EPA-EFE/REX

Eskalation im Kaschmir-Konflikt Pakistan wirft USA "Ermutigung" Indiens vor

Stand: 28.02.2019 09:29 Uhr

Nach der Eskalation im Kaschmir-Konflikt hat Pakistan den USA vorgeworfen, Indiens Luftangriffe "zu unterstützen". Zugleich bekräftigte Pakistan, dass Washington eine Vermittlerrolle einnehmen könnte.

Pakistan hat den USA vorgeworfen, zur Eskalation des Konflikts mit Indien beigetragen zu haben. Der pakistanische Botschafter in den USA, Asad Majeed Khan, sagte in Washington, die USA hätten indische Luftangriffe auf Ziele in Pakistan vom Dienstag nicht verurteilt. Dies sei als "Unterstützung" Indiens gewertet worden und habe Indien weiter "ermutigt".

Zugleich bekräftigte der Botschafter, die USA könnten eine Vermittlerrolle im Konflikt zwischen Islamabad und Neu Delhi einnehmen. "Vielleicht ist kein anderes Land als die USA besser dazu in der Lage, eine Rolle zu spielen."

Atommacht gegen Atommacht

Der Konflikt zwischen den Atommächten Indien und Pakistan ist zuletzt gefährlich eskaliert. Nachdem Indiens Luftwaffe am Dienstag zum ersten Mal seit 1971 einen Angriff auf pakistanischem Gebiet geflogen hatte, schoss Pakistan am Mittwoch nach eigenen Angaben zwei indische Kampfflugzeuge ab. Ein indischer Pilot sei festgesetzt worden.

Nach indischer Darstellung hatte der Angriff der pakistanischen Luftwaffe militärischen Einrichtungen auf indischem Gebiet gegolten. Indien habe ihn abgewehrt und einen Jet aus Pakistan abgeschossen. Dabei habe Indien einen Abfangjäger verloren.

Erneuter Schusswechsel

Heute sollen sich die verfeindeten Länder an der Grenze in Kaschmir erneut einen Schusswechsel geliefert haben. Nach Angaben der indischen Armee dauerte das Feuergefecht gut eine Stunde, war aber weniger heftig als der schwere Artilleriebeschuss am Tag zuvor.

Pompeo: Indische "Anti-Terror-Einsätze"

US-Außenminister Mike Pompeo bezeichnete die indischen Luftangriffe als "Anti-Terror-Einsätze" und rief Pakistan auf, mehr gegen "Terrorgruppen" auf seinem Territorium zu unternehmen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte, der Konflikt habe "das Potenzial, zu erheblichen und gefährlichen Folgen für beide Länder und die erweiterte Region zu führen".

Bundesaußenminister Heiko Maas rief beide Seiten zur Besonnenheit auf. "Wir hoffen, dass das nicht zu einer Eskalation führt", sagte er während seines Mali-Besuchs. Maas rief zudem Pakistan auf, konsequent gegen terroristische Organisationen vorzugehen.

Pakistan und Indien melden Abschuss von Kampfjets über Kaschmir
tagesschau 20:00 Uhr, 27.02.2019, Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi

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Pakistanischer Premier bietet Gespräche an

Indiens Luftangriff am Dienstag traf nach Angaben des Außenministeriums ein Ausbildungslager der islamistischen Terrorgruppe Jaish-e-Mohammed. Diese hatte einen Selbstmordanschlag mit einer Autobombe am 14. Februar im indischen Teil Kaschmirs für sich reklamiert, bei dem 40 indische Sicherheitskräfte getötet worden waren. Sie war ebenfalls an einem Angriff auf das indische Parlament im Dezember 2001 beteiligt gewesen, der fast einen Krieg auslöste.

In einer Fernsehansprache bot der pakistanische Premierminister Imran Khan Indien Gespräche an. "Mit den Waffen, die wir beide haben - können wir uns eine Fehlkalkulation leisten?", fragte er.

Indiens Regierung um die hindu-nationalistische Partei BJP von Premierminister Narendra Modi steht allerdings unter Druck, Stärke zu zeigen, weil in wenigen Monaten eine Parlamentswahl ansteht. In beiden Ländern stachelten manche Medien zum patriotischen Eifer an.

Aufgewühlte Stimmung

Mit Erfolg: Der Ruf nach einem Krieg mit dem jeweiligen Erzfeind wird sowohl in Pakistan als auch in Indien lauter. Bei einer Demonstration in Karachi verbrannten die Teilnehmer Plakate mit dem Bild des indischen Premierministers. Nieder mit Indien, lang lebe Pakistan, skandierte die aufgebrachte Menge.

Indien hat inzwischen die sofortige Freilassung des von Pakistan gefangen genommenen Piloten verlangt und der Gegenseite einen Verstoß gegen  die Genfer Konvention vorgeworfen. Die pakistanische Armeeführung hatte Fotos und Videos von einem Mann in Gefangenschaft verbreitet, bei dem es sich um den indischen Piloten handeln soll.

Menschen in der Grenzregion fliehen

Neben den jüngsten Luftangriffen gab es in den vergangenen Tagen auch immer wieder Schusswechsel über die sogenannte Kontrolllinie hinweg. Zwischenzeitlich wurde der Luftraum in dem Gebiet großflächig gesperrt.

Im Grenzgebiet des von Pakistan kontrollierten Teils von Kaschmir bereitet man sich offenbar auf eine mögliche militärische Reaktion der indischen Seite vor. Viele Bewohner der Ortschaften entlang der "Line of Control" fliehen ins Landesinnere. Die Behörden von Azad Kashmir, auf pakistanischer Seite der Konfliktregion, haben Notunterkünfte errichtet, wie ein Behördensprecher einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte.

Mit Informationen von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Pakistan ruft Indien zum Dialog auf
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
28.02.2019 07:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Februar 2019 um 20:00 Uhr.

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