Demonstranten in Lahore | Bildquelle: RAHAT DAR/EPA-EFE/REX

Eskalation im Kaschmir-Konflikt "Heute haben wir es denen gezeigt"

Stand: 27.02.2019 18:01 Uhr

Luftkämpfe, Flugzeugabschüsse, wütende Demonstranten - die aktuellen Entwicklungen in Kaschmir zeigen, wie brisant der Konflikt zwischen Indien und Pakistan ist. China, die USA und die EU warnen.

Von Bernd Musch-Borowska, ARD-Studio Neu-Delhi

Jubel gab es auf den Straßen in Pakistan nach dem mutmaßlichen Abschuss von zwei indischen Kampfflugzeugen über Kaschmir. In der Millionenmetropole Lahore im Nordwesten des Landes riefen die Demonstranten zu einem "heiligen Krieg" gegen Indien auf.

"Wir wollen den Indern zeigen, dass wir vereint sind und hinter unseren Streitkräften stehen", sagte einer der Demonstranten. "Die Inder haben gestern behauptet, sie hätten einen Luftangriff gegen uns geführt, doch heute haben wir es denen gezeigt und uns gerächt."

Imran Khan: "So wenig Schaden wie möglich"

Ein Sprecher der pakistanischen Streitkräfte hatte am Morgen bekannt gegeben, die Luftwaffe habe zwei indische Jets abgeschossen, die in den pakistanischen Luftraum eingedrungen seien. Zwei Piloten seien gefangen genommen worden.

Im Laufe des Tages wandte sich Pakistans Premierminister Imran Khan mit versöhnlichen Worten an den Erzfeind Indien. Er habe der indischen Regierung nach dem Terroranschlag vor zwei Wochen Gespräche angeboten, sagte Khan in einer Fernsehansprache. Doch auf die Verletzung des pakistanischen Luftraumes habe die Luftwaffe reagieren müssen.

"Heute haben wir gehandelt. Wir wollten so wenig Schaden wie möglich anrichten und möglichst keine Menschen töten", sagte Khan. "Wir mussten aber deutlich machen, dass Pakistan in der Lage ist, sich zu verteidigen. Wenn Ihr in unser Land eindringt, kommen wir zu Euch." Zwei indische Kampfflugzeuge seien abgeschossen worden. Die Piloten seien in Gewahrsam Pakistans.

Pakistan und Indien melden Abschuss von Kampfjets über Kaschmir
tagesschau 20:00 Uhr, 27.02.2019, Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi

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Widerspruch aus Indien

Indien widersprach der pakistanischen Darstellung des heutigen Zwischenfalls, bestätigte aber den Verlust eines Kampfflugzeuges. Wer wen im Luftraum des Grenzgebietes angegriffen und abgeschossen hat, bleibt somit vorerst unklar.

Entlang der Grenzlinie zwischen den beiden von Pakistan und Indien beanspruchten Teilen Kaschmirs kommt es immer wieder zu Schusswechsel. Es seien ständig Explosionen zu hören, sagte Abdul Majid aus dem kleinen Ort Uri in Kaschmir einem Reporter der Nachrichtenagentur Reuters. "Dort drüben an der 'Line of Control' fliegen seit gestern Abend immer wieder Granaten. Von beiden Seiten. Das ist wirklich problematisch für uns hier", sagte er.

Warnung an beide Seiten

Viele Einwohner haben die Grenzregion verlassen. Die Schulen seien geschlossen, sagte Mohammed Aijaz Asad, Sprecher des Distrikts Rajouri im indischen Teil des Bundesstaates Jammu und Kaschmir. "Wir beobachten natürlich die Lage an der Grenze. Deshalb haben wir die Schulen und öffentlichen Einrichtungen geschlossen, die näher als fünf Kilometer an der Grenze liegen. Aus Gründen der Sicherheit für die Kinder", so Asad.

Indien schloss heute die Flughäfen in Kaschmir vorübergehend. Auch in der angrenzenden Region blieben mehrere Airports zu. Der gesamte Luftraum im Norden Indiens wurde für die zivile Luftfahrt gesperrt. Einige internationale Flüge von und nach Delhi waren betroffen.

Aus dem Ausland gab es die Warnung an beide Seiten, eine weitere Eskalation zu vermeiden. China, die USA und die Europäische Union riefen Pakistan und Indien dazu auf, den Konflikt durch Gespräche friedlich beizulegen.

Eskalation des Kaschmir-Konflikts befürchtet
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
27.02.2019 17:01 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 27. Februar 2019 die tagesschau um 14:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:12 Uhr in der Sendung "Informationen am Abend".

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