Die indische Marine fliegt über einen Zug hinweg, der wegen des Monsuns von Wasser umgeben ist und nicht mehr weiterfahren kann. | Bildquelle: AFP

Monsun stoppt Zug in Indien 700 Passagiere sitzen im Wasser fest

Stand: 28.07.2019 11:30 Uhr

Ein in Überschwemmungen stecken gebliebener Zug beschäftigt Indien. 700 Reisende waren an Bord und riefen über soziale Medien nach Hilfe. Rettungskräfte kamen erst nach Stunden bei ihnen an.

Erst blieb ihr Zug wegen Hochwassers stecken, dann mussten die Bahnreisenden stundenlang auf Hilfe warten: Für rund 700 Passagiere eines Schnellzugs in Indien wurde ihre Fahrt zum Albtraum. 

Der Mahalaxmi Express war am Freitagabend im Bahnhof der Metropole Mumbai abgefahren. Bereits nach 60 Kilometern endete die Fahrt jedoch, wie ein Sprecher der Eisenbahngesellschaft Central Railway sagte. Der Zug musste demnach in Badlapur anhalten, weil dort nach heftigen Regenfällen ein Fluss über die Ufer getreten war und die Gleise unter Wasser standen.

Passagiere des durch den Monsun verunglückten Zuges werden mit einem Schlauchboot in Sicherheit gebracht. | Bildquelle: AP
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Aus dem Zug ins Boot: Stundenlang waren die Passagiere in den Waggons eingesperrt.

Späte Hilfe mit Hubschraubern und Booten

Es dauerte einem Medienbericht zufolge sehr lange, bis die Behörden die Einsatzkräfte alarmierten. Reisende posteten Videos in den sozialen Medien über ihrer verzweifelten Lage und baten um Hilfe. Insgesamt hätten sie etwa 15 Stunden lang ohne Trinkwasser in dem Zug festgesessen, berichteten Passagiere der Nachrichtenagentur IANS. Das Wasser habe um die Waggons herum 1,5 bis 1,8 Meter hoch gestanden und zu allen Seiten den Weg nach draußen versperrt.

Als die Einsatzkräfte alarmiert worden waren, kamen diese den Passagieren dann mit Hubschraubern, Booten und Tauchern zur Hilfe. Nach Angaben der indischen Bahn konnten alle Insassen des Zuges, unter ihnen neun Schwangere, dann binnen fünf Stunden in Sicherheit gebracht werden.

Passagiere des durch den Monsun verunglückten Zuges werden an Land gebracht und warten dort auf weitere Hilfe. | Bildquelle: AFP
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Passagiere des durch den Monsun verunglückten Zuges werden an Land gebracht und warten dort auf weitere Hilfe.

280 Tote wegen Monsuns

Luftaufnahmen zeigten, wie Menschen in Rettungswesten mit Schlauchbooten durch das trübe braune Wasser abtransportiert wurden. Knapp 40 Ärzte versorgten die eingeschlossenen Passagiere, die ihre Reise schließlich mit einem Ersatzzug fortsetzen konnten. 

In und um Mumbai war am Freitag heftiger Regen durch den noch bis September dauernden Monsun gefallen. Auch der Straßen- und der Flugverkehr wurden zeitweise unterbrochen. Die Metropole kämpft jedes Jahr mit Beginn der Regenzeit im Juni gegen Überschwemmungen an. Dieses Jahr starben landesweit bereits mehr als 280 Menschen in den Wassermassen, allen voran in den nordöstlichen Bundesstaaten Bihar und Assam.

Über dieses Thema berichtete der MDR am 27. Juli 2019 um 19:30 Uhr.

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