Menschen retten sich im indischen Bundesstaat Kerala aus dem Wasser | Bildquelle: REUTERS

Überschwemmung in Indien Flut ist "nationale Katastrophe"

Stand: 20.08.2018 17:14 Uhr

Das Ausmaß der Flut in Indien wird erst allmählich deutlich. Das Land hat die Überschwemmungen nun zur nationalen Katastrophe erklärt. Fast eine Million Menschen sind obdachlos.

Nach den schlimmsten Überschwemmungen seit Jahrzehnten sind im südindischen Bundesstaat Kerala fast eine Million Menschen obdachlos. Die Regierung in Neu-Delhi rief eine nationale Katastrophe aus. Zugleich gingen die Rettungsarbeiten weiter, wie indische Medien berichteten.

Die Zahl der Menschen in den über 5000 Notlagern stieg auf fast 900.000. Wegen Erdrutschen und Schlammlawinen gestalten sich die Rettungsarbeiten in einigen Gebieten weiterhin schwierig. Allerdings ließen die Regenfälle in vielen Teilen Keralas nach, so dass ein großer Teil der Flutopfer in Sicherheit gebracht werden konnte.

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Überschwemmungen in Indien

Eine Helfer trägt einen kleinen Jungen durch die Wassermassen

Nach den schlimmsten Überschwemmungen seit 100 Jahren sind im südindischen Bundesstaat Kerala fast eine Million Menschen obdachlos. | Bildquelle: AFP

Sorge vor Epidemien

Wegen der vielen Menschen, die in Notunterkünften ausharren müssen, wächst die Angst vor Epidemien und vor Krankheiten wie Malaria, die durch Mücken übertragen wird. Zudem bereitet die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser Sorgen.

Seit dem 9. August sind in Kerala mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Insgesamt wird die Zahl der Menschen, die den Fluten in dem Bundesstaat in diesem Jahr schon zum Opfer fielen, mit fast 400 angegeben.

Die Überschwemmungen hatten das Leben in dem Bundesstaat, der wegen seines tropischen Klimas, seiner malerischen Kanäle und Palmenstrände viele Touristen anzieht, weitgehend lahmgelegt.

Keralas Regierungschef Pinarayi Vijayan erklärte, es gehe nun darum, das "normale Leben wieder herzustellen", auch wenn immer noch Menschen in abgelegenen Gebieten gerettet werden müssten.

Zwei Menschen aus einem Korb in einen Helikopter gerettet. | Bildquelle: REUTERS
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Auch mit Helikoptern konnten Menschen in Indien gerettet werden.

Die schlimmsten Fluten seit 100 Jahren

Zwischen den Städten Thiruvananthapuram und Ernakulam verkehrten erstmals wieder einige Züge. Der Flughafen von Kochi soll jedoch noch bis zum 26. August für Passagierflüge gesperrt bleiben.

Vijayan hatte die Fluten als die schlimmsten in den vergangenen 100 Jahren bezeichnet. Während sich die Lage in Kerala etwas entschärfte, sorgten Überschwemmungen in den benachbarten Bundesstaaten Karnataka und Tamil Nadu für eine neue Krise.

In Indien sind in der diesjährigen Regenzeit, die im Juni begann, insgesamt etwa 1.000 Menschen infolge der Überschwemmungen ums Leben gekommen.

Dicke Regentropfen liegen in Hyderabad auf der Windschutzscheibe eines Autos | Bildquelle: dpa
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Dicke Regentropfen liegen in Hyderabad auf der Windschutzscheibe eines Autos, während davor eine Frau zu sehen ist, die Regenschirme verkauft. Von Juni bis September ist Monsunzeit in Indien.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. August 2018 um 20:00 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema am 20. August 2018 die tagesschau um 04:58 Uhr sowie NDR Info um 11:15 Uhr.

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