Ein indischer LGBT-Aktivist schwenkt die Regenbogenflagge. | Bildquelle: AP

Urteil des Obersten Gerichts Indien legalisiert Homosexualität

Stand: 06.09.2018 12:52 Uhr

Eine Entscheidung des Obersten Gerichts entkriminalisiert gleichgeschlechtlichen Sex in Indien. Das Verbotsgesetz aus der Kolonialzeit bezeichneten die Richter als "Instrument der Diskriminierung".

Nach jahrelangem Rechtsstreit hat das Oberste Gericht in Indien das Verbot homosexuellen Geschlechtsverkehrs aufgehoben. Das Verbotsgesetz, das im Jahr 1861 unter britischer Kolonialherrschaft in Kraft gesetzt worden war, sei ein "Instrument der Diskriminierung" von schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Menschen geworden, sagte Chefrichter Dipak Misra in Neu Delhi. Der Respekt vor der individuellen Selbstbestimmung jedes Einzelnen sei ein essentieller Bestandteil von Freiheit, hieß es zur Urteilsbegründung.

Nach dem Urteilsspruch fielen sich Aktivisten vor dem Gericht in die Arme, sie feierten ausgelassen. "Ich bin sprachlos", sagte der Student Rama Vij. "Es hat lange gedauert, aber nun kann ich endlich sagen, dass ich frei bin und die gleichen Rechte habe."

Indiens Oberstes Gericht legalisiert gleichgeschlechtlichen Sex
tagesschau24 16:00 Uhr, 06.09.2018, Markus Spieker, ARD Neu-Delhi

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Homophobie in Indien weit verbreitet

Indien ist gesellschaftspolitisch konservativ, Homosexualität galt lange als Tabu. Gleichgeschlechtlicher Sex ist besonders in den ländlichen Gebieten Indiens ein Tabu-Thema. Homophobie ist weit verbreitet, einige sehen Homosexualität nach wie vor als Geistesstörung an.

Die Kriminalisierung gleichgeschlechtlicher Beziehungen aus der britischen Kolonialzeit wurde nach der Unabhängigkeit des Landes 1947 beibehalten. Das Gesetz von 1861 stellt "körperlichen Verkehr gegen die Ordnung der Natur" unter Strafe. Im Jahr 2016 wurden knapp 2200 Anzeigen unter diesem Tatbestand registriert, sieben Menschen wurden verurteilt.

Peter Gerhardt, ARD Neu-Delhi, zur Akzeptanz von Homosexualität in Indien
tagesschau24 16:00 Uhr, 06.09.2018

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Langer Weg zur Entkriminalisierung

Dem nun gefallenen Urteil war ein jahrelanges Hin und Her vor Indiens Gerichten vorausgegangen. Seit den 1990er Jahren hatten Aktivisten in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land versucht, Homosexualität auf dem Rechtsweg zu entkriminalisieren. Ein Gericht in Delhi gab 2009 dem Antrag statt. Das Oberste Gericht hob das Urteil 2014 allerdings auf und setzte die Strafandrohungen wieder in Kraft.

In einem anderen Bereich zeigte sich Indiens Oberstes Gericht damals liberaler. Nur einen Monat nach der umstrittenen Entscheidung zum Verbot gleichgeschlechtlichen Geschlechtsverkehrs im Jahr 2014 erkannten die Richter Transsexuelle offiziell als drittes Geschlecht an.

Oberstes Gericht in Indien: Urteil zu Homosexualität
Bernd Musch-Borowska, ARD Neu-Delhi
06.09.2018 11:53 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 06. September 2018 NDR Info um 14:38 Uhr und die Tagesschau um 15:00 Uhr.

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