Screenshot eines YouTube-Videos des indischen Senders V6 News Telugu zeigt einen Polizisten, der Touristen wegen der Ausgangssperre anspricht. | Bildquelle: www.youtube.com/v6newstelugu

Corona-Strafe in Indien "I am so sorry" - 500 Mal

Stand: 13.04.2020 14:09 Uhr

Ungewöhnliche Zeiten, ungewöhnliche Strafen: In Indien hat die Polizei Touristen angehalten, die trotz Ausgangssperre spazieren gingen. Doch anstelle ihres Portemonnaies mussten die verdutzten Ausländer Zettel und Stift zücken.

Weil sie gegen die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Krise verstoßen haben, mussten zehn ausländische Touristen in Indien jeweils 500 Mal folgenden Satz schreiben: "Ich habe mich nicht an die Ausgangssperre-Regeln gehalten und das tut mir sehr leid."

Die Polizei in der bei Yoga-Fans beliebten nordindischen Stadt Rishikesh habe sich zu dieser Strafe entschieden, weil sich in letzter Zeit mehrere Ausländer nicht an die Regeln gehalten hätten, sagte ein Polizeimitarbeiter der Deutschen Presse-Agentur.

In einem Video, das örtliche Medien zeigten, sieht man einen Polizisten, der die Touristen warnt: "Heute gebe ich euch nur diese sehr kurze Strafe. Ansonsten werde ich euch auf die Polizeiwache mitnehmen und ihr müsst ins Gefängnis."

Die Touristen kamen aus Australien, Mexiko, den USA und Israel. Die Stadt Rishikesh ist durch die Beatles bekannt geworden. Dort hatte sich die legendäre englische Popband 1968 auf der Suche nach Spiritualität in einem Meditationszentrum, einem sogenannten Ashram, aufgehalten. In der Gegend sind derzeit mehr als 700 ausländische Touristen.

In der indischen Stadt Secunderabad klären Polizisten - mit bizarren Corona-Helmen - die Passanten über Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie auf. | Bildquelle: AFP
galerie

In der indischen Stadt Secunderabad klären Polizisten - mit bizarren Corona-Helmen - die Passanten über Vorsichtsmaßnahmen gegen die Pandemie auf (Foto vom 2. April 2020).

Ausgangssperre seit Ende März

Künftig sollen Hotels ihren Gästen nur noch erlauben, in Begleitung eines örtlichen Helfers vor die Tür zu gehen. In Indien gilt seit Ende März eine Ausgangssperre. Die Bewohner dürfen ihre Häuser nur zum Einkauf in Lebensmittelgeschäften und Apotheken verlassen.

Indische Polizisten haben die Ausgangssperre schon mit anderen unkonventionellen Methoden durchgesetzt. Einige erschreckten Regelbrecher etwa mit bunten Helmen in Form eines Coronavirus. Andere zwangen sie, Kniebeugen zu machen oder sie drohten ihnen, sie in einen Raum einzusperren und dort ununterbrochen Bollywood-Filmlieder spielen zu lassen.

Mehr als 9100 Covid-19-Fälle

In Indien gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 9100 Covid-19-Fälle, mehr als 300 Menschen starben an den Folgen der Krankheit.

Darstellung: