Impfampullen mit dem Wirkstoff von BioNTech | dpa

EU-Kommission 70 Prozent Impfrate bis zum Sommer

Stand: 19.01.2021 08:25 Uhr

Die Mehrheit der Erwachsenen in der EU soll bis zum Sommer gegen das Coronavirus geimpft sein - so das Ziel der EU-Kommission. Derweil konkretisierten BioNTech und Pfizer ihre Lieferpläne. Sie hatten vorübergehende Engpässe angekündigt.

Damit die Corona-Pandemie endet, müssen so viele Menschen immun gegen das Virus sein, dass eine Herdenimmunität entsteht. Experten empfehlen dafür eine Impfrate von 70 Prozent. Dieses Ziel steckt sich nun die EU-Kommission: So viele Erwachsene in der EU sollen bis zum Sommer geimpft sein. An Kindern sind die zugelassenen Impfstoffe noch nicht ausreichend erforscht. Einen entsprechenden Vorschlag will die Brüsseler Behörde heute veröffentlichen, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr.

Bis März lautet das Zwischenziel demnach, 80 Prozent der Menschen über 80 Jahre und der Beschäftigten im Gesundheitswesen zu immunisieren. Die Ziele sollen Teil eines Diskussionspapiers für den EU-Videogipfel am Donnerstag sein. Dort sollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und die übrigen Staats- und Regierungschefs nach dem Willen von Ratschef Charles Michel auch die Frage erörtern, ob es einen EU-Impfpass und gegebenenfalls damit verbundene Rückgewinnung von Freiheitsrechten geben soll.

Ungleichbehandlung von Geipmften und Nicht-Geimpften?

In Deutschland gibt es darüber eine kritische Diskussion. Die EU-Kommission will nach dpa-Informationen zwar für ein möglichst genaues und in allen EU-Staaten anerkanntes Impfdokument plädieren. Daraus soll erkennbar sein, wer wann in welchem EU-Staat welchen Impfstoff bekommen hat. Dies soll auch helfen, etwaige Nebenwirkungen zurückzuverfolgen. Ob Geimpfte wieder ihre Freiheitsrechte genießen dürfen - zum Beispiel Zugang zu Restaurants und Kinos oder erleichterte Urlaubsreisen - soll jedoch den EU-Staaten überlassen bleiben.

BioNTech und Pfizer konkretisieren Lieferplan

Für die Corona-Impfungen in Deutschland liegen nun genauere Angaben zu vorübergehend geringeren Impfstoff-Lieferungen der Hersteller Biontech und Pfizer vor. Für diese Woche ist noch eine größere Menge vorgesehen, in der kommenden Woche dann aber weniger. Das geht aus einem Lieferplan von BioNTech hervor, der der Gesundheitsministerkonferenz der Länder vorgestellt wurde.

In dieser Woche sollen die Länder demnach 842.400 Dosen bekommen - bezogen auf die nun zugelassene Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle. In der Woche vom 25. Januar soll dann aber weniger Impfstoff kommen als bisher vorgesehen, wie aus einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Übersicht hervorgeht: nämlich 485.550 Dosen bezogen auf sechs entnehmbare je Ampulle. Angekündigt waren 667.875 Dosen bezogen auf fünf mögliche, das entspräche 801.450 Dosen bei sechs möglichen je Ampulle.

Pfizerwerk Puurs | OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/Shutterst

Im Pfizer-Werk im belgischen Puurs soll mehr Impfstoff hergestellt werden als bisher - die nötigen Umbauten sorgen aber kurzfristig für Lieferengpässe. Bild: OLIVIER HOSLET/EPA-EFE/Shutterst

Umbau sorgt für Verzögerungen

Hintergrund sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. Bund und Länder hatten eine kurzfristige Information darüber kritisiert. Auch für die darauf folgenden Wochen bis Mitte Februar sollen jetzt etwas weniger Dosen kommen als ursprünglich geplant. Für die Woche vom 22. Februar stellt Biontech dem Plan zufolge dann aber insgesamt mehr Impfstoff in Aussicht als bisher vorgesehen.