Medizinische Fachkräfte überprüfen eine Impfstoff-Lieferung von Biontech-Pfizer (Bild vom 8.01.2021). | AFP

Corona-Impfstoff Pfizer liefert weniger Ampullen

Stand: 21.01.2021 18:27 Uhr

Weil aus einem Impfstoff-Fläschchen mehr Dosen entnommen werden können als gedacht, kürzen die Hersteller Pfizer und BioNTech ihre Ampullen-Lieferungen. Zugleich verzögert sich die Bereitstellung des Moderna-Impfstoffs.

Der US-Pharmakonzern Pfizer und sein deutscher Partner BioNTech werden weniger Ampullen ihres Corona-Impfstoffs an die Besteller-Länder ausliefern als angekündigt. Pfizer begründete das gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mit einer Stellungnahme der EU-Arzneimittelbehörde EMA, wonach aus jedem Fläschchen bis zu sechs statt der ursprünglich kalkulierten fünf Impfdosen gezogen werden können.

"Wir halten unsere Lieferverpflichtungen gegenüber den Staaten ein", teilte Pfizer mit. Die Bestellungen hätten "immer auf einer Gesamtzahl von Dosen beruht und nicht von Ampullen".

Tatsächlich beziehen sich die Lieferverträge der EU auf eine Gesamtzahl von Impfdosen. Die EMA hatte es den EU-Staaten am 8. Januar erlaubt, sechs Dosen aus jedem Impfstoff-Fläschchen zu ziehen. Allerdings sind dafür spezielle Spritzen nötig, über die nicht alle Länder in ausreichender Zahl verfügen.

Lieferengpass wegen technischer Umbauten

Bereits Ende vergangener Woche hatten BioNTech und Pfizer kurzfristig mitgeteilt, sie müssten die Produktion einschränken, um die Kapazität eines Werks in Belgien aufzustocken. In Deutschland stehen deshalb einige Impfzentren still.

Die EU-Kommission zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass der umbaubedingte Lieferengpass rasch überwunden sei. Diese Woche werde zwar weniger geliefert, nächste Woche aber bereits wieder 100 Prozent der zugesagten Menge, sagte ein Kommissionssprecher. Der Lieferrückstand aus dieser Woche werde dann schnell ausgeglichen. So hätten es BioNTech und Pfizer mitgeteilt.

Der Kommissionsprecher begrüßte zudem, dass wegen der EMA-Empfehlung, sechs statt fünf Impfstoffdosen aus jeder Ampulle von Pfizer und BioNTech ziehen zu können, zumindest kurzfristig mehr Dosen zur Verfügung stünden.

Eine Woche Verzögerung bei Moderna

Unterdessen wurde bekannt, dass sich die Auslieferung des ebenfalls zugelassenen Corona-Impfstoffs des US-Herstellers Moderna verzögert. Die für kommende Woche vorgesehenen Dosen würden erst Ende der Woche oder Anfang der übernächsten Woche ausgeliefert, teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage des NDR mit. Die dritte Lieferung verzögere sich ebenso um eine Woche. Gründe konnte eine Sprecherin des Ministeriums nicht nennen.

Die Anzahl der in Aussicht gestellten Dosen des Moderna-Impfstoffes bleibt laut Bundesgesundheitsministerium allerdings gleich. Für das Vakzin sind insgesamt vier Liefertermine bis zur achten Kalenderwoche vorgesehen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 21. Januar 2021 um 18:03 Uhr.