Moderna hat die Zulassung für seinen Corona-Impfstoff beantragt. | Bildquelle: AFP

Corona-Krise Frühere Entscheidung über Moderna-Impfstoff

Stand: 17.12.2020 21:46 Uhr

Schneller als veranschlagt will die EU-Arzneimittelbehörde darüber beraten, ob sie den Impfstoff des US-Herstellers Moderna zulässt. Statt am 12. Januar soll die Bewertung schon am 6. Januar erfolgen.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA will bereits am 6. Januar über die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffes entscheiden. Es geht um das Präparat des US-Herstellers Moderna, teilte die Behörde in Amsterdam mit. Das sind sechs Tage früher als zunächst geplant.

Zuvor hatte die EMA angegeben, dass sie am 12. Januar über den Moderna-Impfstoff entscheiden werde. Das Pharmaunternehmen habe aber bereits heute und damit früher als erwartet das letzte Datenpaket übermittelt. "Dieses enthält spezifische Informationen für die Herstellung für den EU-Markt", teilte die Behörde mit. Bei der wissenschaftlichen Bewertung aller Daten und Studien würden aber keine Abstriche bei der Sicherheit und Wirksamkeit gemacht.

Impftstarts in der EU uneinheitlich

Der Impfstoff von Moderna könnte damit aller Voraussicht nach der zweite sein, der in der EU auf den Markt kommt. Bereits am kommenden Montag will die EMA über die Zulassung des Impfstoffes der Hersteller Pfizer und Biontech entscheiden. Sobald dann die EU-Kommission zwei Tage später grünes Licht gibt, könnte bereits noch im Dezember in der EU geimpft werden. Die Zustimmung der Kommission gilt als Formsache.

In Deutschland und den anderen EU-Staaten sollen die Impfungen am 27. Dezember starten. In manchen Ländern werde dann am 28. oder 29. Dezember begonnen, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen auf Twitter. "Das ist Europas Moment."

Später wurde allerdings deutlich, dass der Start wohl doch nicht ganz einheitlich sein wird. Die Niederlande etwa wollen erst am 8. Januar mit dem Impfen beginnen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Am Mittwoch hatte Kommissionssprecher Eric Mamer gesagt, entscheidend sei nicht, dass alle am selben Tag beginnen, sondern dass es ein koordinierter Start sei.

Gespräche über Novavax-Vakzin

Die EU-Kommission gab am Abend bekannt, dass sie auch Sondierungsgespräche mit dem Pharmahersteller Novavax über die Lieferung von bis zu 200 Millionen Dosen von dessen Impfstoff abgeschlossen habe. Damit könnte das Impfstoff-Portfolio der EU nochmals erweitert werden. Der Novavax-Impfstoff sei in Testphase drei.

Die Kommission hat für die EU-Staaten bereits sechs Impfstoffe vertraglich gesichert. Neben dem Vakzin von Biontech/Pfizer und Moderna sind das Mittel von Astrazeneca, Sanofi-GSK, Janssen Pharmaceutica und Curevac.

USA bald mit zweitem Impfstoff: Moderna kurz vor Genehmigung
Katrin Brand, ARD Washington
18.12.2020 06:33 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 18. Dezember 2020 um 06:32 Uhr.

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