Marie Yovanovitch | Bildquelle: REUTERS

Ex-US-Botschafterin im Kongress Yovanovitch sagt aus - Trump attackiert

Stand: 15.11.2019 20:07 Uhr

Von Trump habe sie sich bedroht gefühlt, vom Außenministerium sei sie im Stich gelassen worden: Die Ex-US-Botschafterin in der Ukraine, Yovanovitch, hat im Kongress ausgesagt - und wurde umgehend von Trump via Twitter angegriffen.

Die ehemalige US-Botschafterin in der Ukraine, Marie Yovanovitch, hat in der öffentlichen Anhörung des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Donald Trump unter Eid ausgesagt.

Ihre plötzliche Abberufung von dem Posten habe sie als "große Bedrohung" wahrgenommen. Sie machte eine "Desinformationskampagne" über Hintertüren für ihre Absetzung verantwortlich.

Kurzerklärt: Wie funktioniert ein Amtsenthebungsverfahren?
26.09.2019, Alexander Westermann, NDR

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"Außenministerium wird von innen ausgehöhlt"

Yovanovitch äußerte sich alarmiert darüber, dass ranghohe Mitarbeiter des US-Außenministeriums sie nicht gegen die Angriffe von Trumps Verbündeten wie seinem persönlichen Anwalt Rudy Giuliani verteidigt hätten. "Das Außenministerium wird zu einer kompetitiven und komplexen Zeit auf der Weltbühne von innen ausgehöhlt", sagte sie.

Vorwürfe, dass sie US-Botschaftspersonal oder Vertretern der Ukraine gesagt habe, Trumps Anordnungen könnten ignoriert werden, weil er des Amtes enthoben werde, seien nicht zutreffend. Yovanovitch sagte, sie habe am Abend des 24. April während eines Empfangs in der Botschaft einen Anruf des US-Außenministeriums erhalten.

Sie sei aufgefordert worden, mit dem nächsten Flugzeug nach Washington zurückzukehren. Dort sei ihr gesagt worden, dass Trump das Vertrauen in sie verloren habe. "Es war furchtbar, das zu hören. Es wurde kein echter Grund genannt, warum ich gehen musste."

Die frühere Botschafterin wurde auch auf das Gesprächsprotokoll des Telefonats zwischen Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 25. Juli angesprochen, das im Zentrum der Ukraine-Affäre steht. Trump regte in dem Gespräch Ermittlungen gegen Hunter Biden, Sohn seines demokratischen Rivalen Joe Biden, an.

Befragung von Marie Yovanovitch | Bildquelle: ALEX WONG/POOL/EPA-EFE/REX
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Mit der Befragung Yovanovitchs wollen die Demokraten Beweise sammeln, die zu einem Amtsenthebungsverfahren Trumps führen könnten.

Diplomatin fühlte sich bedroht

Über die abberufene Botschafterin sagte Trump: "Sie wird ein paar Sachen durchmachen." Yovanovitch sagte: "Das klang wie eine Bedrohung." Auf die Frage, ob sie sich bedroht gefühlt habe, antwortete sie: "Das tat ich."

Noch während der laufenden Anhörung griff Trump Yovanovitch via Twitter an. Überall, wo Marie Yovanovitch hingegangen sei, habe sich die Lage verschlechtert, schrieb der US-Präsident. Yovanovitch wurde bei der Anhörung auf den Tweet angesprochen. "Es ist einschüchternd", sagte sie. Der Ausschussvorsitzende Adam Schiff warf Trump "Einschüchterung von Zeugen in Echtzeit" vor.

Das Weiße Haus sah sich zu einer öffentlichen Verteidigung des Präsidenten bemüßigt. "Der Tweet war keine Einschüchterung von Zeugen", erklärte Trumps Sprecherin, Stephanie Grisham. "Es war schlicht die Meinung des Präsidenten, zu der er berechtigt ist."

Öffentliche Anhörungen fortgesetzt

Am Mittwoch hatten Abgeordnete bereits zwei Zeugen öffentlich befragt - das erste Mal seit Aufnahme der Impeachment-Ermittlungen Ende September. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, spricht inzwischen von Hinweisen auf "Bestechung". Das Wort dürfte mit Bedacht gewählt sein: Die US-Verfassung nennt Bestechung ausdrücklich als einen Tatbestand für eine Amtsenthebung.

Die Demokraten werfen dem republikanischen Präsidenten vor, seine Macht missbraucht zu haben, um die ukrainische Regierung dafür zu gewinnen, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen. Es besteht der Verdacht, dass Trump Militärhilfe an das Land in Höhe von rund 400 Millionen US-Dollar als Druckmittel einsetzte. Aus Sicht der Demokraten wollte Trump die Ukraine damit zu Ermittlungen bewegen, die seinem demokratischen Rivalen Biden schaden könnten. Trump nennt die Untersuchungen eine "Hexenjagd".

Trump schüchtert Zeugin ein
Katrin Brand, ARD Berlin, zzt. Washington
15.11.2019 21:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. November 2019 um 16:42 Uhr.

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