In Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze setzte die mazedonische Polizei Tränengas gegen die wartenden Flüchtlinge ein.

Ausschreitungen in Idomeni Offenbar Hunderte Flüchtlinge verletzt

Stand: 10.04.2016 19:26 Uhr

Am Grenzzaun von Idomeni haben Hunderte Flüchtlinge versucht, die Grenze zu durchbrechen. Mazedonische Polizei-Einheiten feuerten Tränengas auf die Flüchtlinge. Nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen wurden dabei mehr als 260 Menschen verletzt.

Bei den Ausschreitungen an der mazedonischen Grenze sind offenbar mehr als 260 Menschen verletzt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ärzte ohne Grenzen. Sieben Menschen seien ins Krankenhaus der nahegelegenen Stadt Kilkis gebracht worden.

Mindestens 34 Menschen trugen offene Wunden davon, weitere 30 seien durch die Gummigeschosse mazedonischer Grenzschützer verletzt worden, berichtet das griechische Nachrichtenportal The Toc. Mehr als 250 Menschen litten auf Grund der Tränengasgranaten der mazedonischen Polizei an Atemwegsproblemen, darunter auch viele Kinder.

Zusammenstöße bei Sturm auf Grenzzaun
tagesschau 20:00 Uhr, 10.04.2016, Katja Rieth, ARD Rom

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Verzweifelte Hoffnung auf Weiterreise

Die Lage im nordgriechischen Grenzort Idomeni war am Mittag eskaliert, als Hunderte Flüchtlinge und Migranten versuchten, den Grenzzaun zu Mazedonien zu stürmen. Seit das Nachbarland zu Griechenland die Grenzen geschlossen hat, haben sich in Idomeni mehr als 11.000 Menschen versammelt, die dort auf ihre Weiterreise nach Mitteleuropa hoffen.

Mazedonische Einsatzkräfte gingen mit Tränengas gegen die Migranten vor, die sich an dem Grenzzaun zwischen beiden Ländern versammelt hatten. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter wurden Bilder und Videos verbreitet, die Rauchschwaden über dem Areal zeigen. Augenzeugen berichteten, die Flüchtlinge hätten Steine auf die Polizei geworfen. Unklar ist, ob dies am Anfang der Auseinandersetzung oder in ihrem Verlauf geschah.

Ein Flugblatt sorgt für Unruhe

Ein neues Flugblatt hatte zuvor die Sicherheitskräfte in der Grenzstadt in Alarmbereitschaft versetzt. Die mehr als 11.000 Flüchtlinge und Migranten des Flüchtlingslagers wurden darauf in arabischer Sprache aufgefordert, sich am Sonntagmorgen um neun Uhr zu versammeln, um über die Grenze nach Mazedonien zu marschieren, berichtete der griechische Radiosender Athina 984. Wer die Flugblätter verteilt und an Strommasten aufgehängt habe, sei nicht bekannt.

Bereits Mitte März hatte ein ähnliches Flugblatt für einen Sturm auf den Grenzzaun gesorgt. Rund 2000 Flüchtlinge waren damals der Aufforderung gefolgt, einen reißenden Fluss zu überqueren. Drei Menschen waren dabei ertrunken. Wer es nach Mazedonien schaffte, wurde von den dortigen Sicherheitskräften umgehend zurückgeschickt.

Griechische Medien vermuten, dass Aktivisten hinter diesen gefährlichen Aktionen stecken. Die freiwilligen Helfer stehen in Griechenland zunehmend in der Kritik, weil sie zum Teil eigene politische Ziele wie die Grenzöffnung verfolgen.

Tränengaseinsatz gegen Flüchtlinge in Idomeni
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Mit Tränengas hielten die Polizisten die Flüchtlinge vom Grenzzaun fern.

Flüchtlinge an der griechisch-mazedonischen Grenze
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Die Verletzten wurden von anderen Migranten ins Lager zurückgetragen.

Erneut Tränengas-Einsatz in Idomeni
T. Bormann, ARD Istanbul, zzt. Idomeni
11.04.2016 09:31 Uhr

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