Menschen fliehen aus der umkämpften syrischen Provinz Idlib | Bildquelle: AFP

Offensive in Idlib Zehntausende Syrer fliehen vor Kämpfen

Stand: 21.08.2019 21:01 Uhr

Die Kämpfe im letzten syrischen Rebellengebiet Idlib haben nach Angaben von Aktivisten und Oppositionsvertretern Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Viele von ihnen sind bereits Flüchtlinge aus anderen Regionen.

Nach der Offensive der syrischen Regierungstruppen und der Gewalteskalation in Syriens letztem großen Rebellengebiet Idlib sind Zehntausende Menschen auf der Flucht. Anwohner, Menschenrechtsgruppen und Vertreter der Opposition berichteten von 60.000 bis 70.000 Menschen, die sich in den vergangenen Tagen nach Norden begeben hätten. Sie würden massenhaft vor allem die Stadt Maarat al-Numan verlassen, die bisher Zufluchtsort für viele Vertriebene aus anderen Regionen gewesen war.

Die humanitäre Lage ist den Berichten zufolge dramatisch. Die Menschen schlafen demnach in Fahrzeugen oder nächtigen auf freien Feldern.

Ein Mann untersucht den Schaden nach einem Luftangriff auf ein Krankenhaus in der syrischen Provinz Idlib | Bildquelle: dpa
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Ein Mann untersucht den Schaden nach einem Luftangriff auf ein Krankenhaus in der syrischen Provinz Idlib.

Bei Luftangriffen soll in der Region zudem ein Krankenhaus getroffen worden sein. Das meldeten die in Großbritannien beheimatete Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Aktivistengruppe Thika. Demnach sei das Krankenhaus noch vor den Angriffen geräumt worden.

Türkei schließt Grenze

Insgesamt leben in dem Rebellengebiet rund drei Millionen Menschen. Etwa die Hälfte von ihnen wurde bereits aus anderen Gebieten Syriens vertrieben. Die benachbarte Türkei hat aus Sorge vor einem neuen Flüchtlingsandrang ihre Grenze geschlossen.

Die syrische Armee, unterstützt von den russischen Verbündeten, versucht seit Tagen die Stadt Chan Scheichun zu erobern. Am Dienstag verstärkten russische und syrische Kampfflugzeuge ihre Angriffe rund um das nahe gelegene Maarat al-Numan. Die Rebellen haben eingeräumt, dass viele von ihnen die Region verlassen hätten. Verbliebene Kämpfer leisteten aber erbitterten Widerstand, wie auch staatliche Medien berichteten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2019 um 15:00 Uhr.

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