Eine Kundgebung der identitären Bewegung in Graz (Archivbild: Januar 2016) | Bildquelle: picture alliance / Herbert Oczer

Nach Spende von Attentäter Österreich prüft Auflösung der "Identitären"

Stand: 28.03.2019 17:15 Uhr

Nach der Spende des mutmaßlichen Christchurch-Attentäters droht der österreichischen "Identitären Bewegung" ein Verbot. Der Chef der Organisation zeigt sich dennoch gelassen.

Die Spende des mutmaßlichen Attentäters von Christchurch an die österreichische "Identitäre Bewegung" hat Folgen: Die Regierung prüft die Auflösung der rechten Organisation. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach dem Ministerrat an.

Es gebe "keine Toleranz für gefährliche Ideologien, ganz gleich, aus welcher Ecke sie kommen", sagte Kurz. Egal welche Art von Extremismus, "sowas darf keinen Platz in unserem Land und in unserer Gesellschaft haben", sagte Kurz. Es sei Aufklärung nötig, ob es hier "Machenschaften im Hintergrund" gegeben habe.

Laut Kurz werde auch gegen den Mitbegründer der "Identitären", Martin Sellner, ermittelt. Die Behörden untersuchen zudem, ob es weitere Kontakte zwischen dem mutmaßlichen Neuseeland-Attentäter und österreichischen Staatsbürgern gegeben hat, sagte Kurz.

Spende von Christchurch-Attentäter

Der mutmaßliche Todesschütze von Christchurch, ein 28-jähriger Rechtsextremist aus Australien, hat nach Erkenntnissen der Behörden Anfang 2018 den "Identitären" in Österreich 1500 Euro als Spende überwiesen. In diesem Zusammenhang war die Wohnung von Sellner durchsucht worden. Es bestehe der Verdacht der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung.

Vorwürfe zurückgewiesen

Sellner wies die Vorwürfe zurück. Es gebe keine Verbindungen über die Spende hinaus, sagte er. "Ich habe alle Identitären gefragt und niemand hat sein Gesicht gesehen." Er sehe der Prüfung durch die Behörden gelassen entgegen. Für die Spende habe er sich mit einer Standard-Mail bedankt, aber keine Reaktion darauf bekommen.

Der mutmaßliche Attentäter hatte 2018 auf einem Europa-Trip auch Österreich besucht. Bei Treffen der "Identitären" sei er nicht aufgetaucht, so Sellner weiter.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. März 2019 um 12:38 Uhr und 14:20 Uhr.

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