Screenshot aus dem Video | Bildquelle: dpa

Nach "Ibiza-Video" Spendenaffäre könnte sich ausweiten

Stand: 09.07.2019 20:57 Uhr

Das "Ibiza-Video" hatte in Österreich zu einem politischen Erdbeben geführt - und die Affäre um illegale Parteispenden könnte sich ausweiten. Auch die Rolle der SPÖ und ÖVP soll laut Medienberichten beleuchtet werden.

Die österreichische Staatsanwaltschaft ermittelt nach unbestätigten Medienberichten im Zusammenhang mit dem "Ibiza-Video" gegen mehrere Parteien und Unternehmen.

Demnach will die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien herausfinden, ob neben der FPÖ auch die konservative ÖVP und die sozialdemokratische SPÖ über getarnte Vereine Geld erhalten haben. Dies besage eine "Ermittlungsanordnung", die der Wochenzeitung Falter zugespielt wurde und von "Süddeutscher Zeitung" und "Spiegel" eingesehen werden konnte.

Sebastian Kurz | Bildquelle: REUTERS
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Österreichs Kanzler Sebastian Kurz wurde infolge des "Ibiza-Videos" seines Amtes enthoben.

"Verschlusssache"

Die Staatsanwaltschaft kommentierte die Berichte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa nicht. Bei dem gesamten Ermittlungsakt handele es sich um eine Verschlusssache.

Das "Ibiza-Video" war am 17. Mai von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" veröffentlicht worden und hatte zum Ende der rechtskonservativen Regierung von Österreichs Kanzler Sebastian Kurz geführt.

In dem Video spricht Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte unter anderem über verdeckte Parteispenden. Dabei behauptet Strache auch, dass einige wichtige Unternehmen über verdeckte Vereine heimlich große Summen an Parteien gespendet hätten.

Die Unternehmen dementierten das, auch Strache sagte nach der Veröffentlichung des Videos, dass er damit nur habe prahlen wollen. Laut der neuen Medienberichten ermittelt die WKStA aber nun auch gegen unbekannte Verantwortliche von drei Firmen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Juli 2019 um 20:00 Uhr.

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