Zwei Männer betrachten die hohen Wellen, die als Vorboten von Hurrikan "Laura" auf die Küste bei High Island treffen | dpa

Warnung vor massiven Schäden Hurrikan-Alarm im Süden der USA

Stand: 27.08.2020 07:21 Uhr

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde bedroht der Hurrikan "Laura" die US-Bundestaaten Texas und Louisiana. Meteorologen warnten vor massiven Zerstörungen bis tief ins Landesinnere hinein.

Sechs Meter hohe Wellen und zerstörerischer Wind: Mit dem Hurrikan "Laura" bedroht einer der bisher heftigsten Wirbelstürme dieser Saison auf die US-Küste am Golf von Mexiko. Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 225 Kilometern pro Stunde wurde "Laura" vom Nationalen Hurrikanzentrum als Hurrikan der zweithöchsten Kategorie vier eingestuft. Meteorologen warnten vor massiven Zerstörungen bis tief ins Landesinnere hinein und Stromausfällen auch in benachbarten Regionen.

Das betroffene Küstengebiet an der Grenze zwischen den US-Bundesstaaten Texas und Louisiana bereitete sich auf die Ankunft des Hurrikans vor - mehr als eine halbe Million Menschen wurden evakuiert. Geschäfte und Wohnhäuser wurden mit Spanholzplatten abgesichert. Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, betonte, dass viele Menschen vermutlich für längere Zeit in Notunterkünfte gehen müssen.

Menschen werden wegen Corona verstärkt in Hotels untergebracht

Die Corona-Krise erschwere die Situation zusätzlich, sagte Edwards gegenüber dem Nachrichtensender CNN. "Wenn wir Menschen transportieren, können wir die Busse nicht so füllen, wie wir es gerne würden", so Edwards. Außerdem könnten wegen der Ansteckungsgefahr große Schutzunterkünfte nicht genutzt werden. Deswegen würden mehr Menschen in Hotels untergebracht werden.

Der Meteorologe Benjamin Schott sagte in New Orleans, einige Gegenden würden nach dem Hurrikan nicht mehr wiederzuerkennen sein. "Dass eine zwei Stockwerke hohe Wasserwand an Land kommen wird, ist für viele sehr schwer vorstellbar", sagte er. Die Fluten könnten Wasser bis zu 50 Kilometer weit ins Landesinnere bringen und große Schäden in den Städten anrichten.

US-Klimabehörde rechnet mit Rekordjahr für Wirbelstürme

Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, ermahnte die Betroffenen, die Warnungen ernst zu nehmen. Oberstes Ziel bei einem Hurrikan sei, sein Leben zu schützen, sagte er dem Sender Fox News: "Eigentum kann ersetzt werden, Leben nicht." Auch US-Vize-Präsident Mike Pence warnte auf dem Parteitag der Republikaner vor dem als "extrem gefährlich" eingestuften Hurrikan. Er sicherte den betroffenen Regionen zudem Unterstützung aus Washington zu.

Die US-Klimabehörde NOAA rechnet damit, dass 2020 ein Rekordjahr für Wirbelstürme werden könnte. Erwartet werden 19 bis 25 Stürme, von denen bis zu elf Hurrikans werden könnten. Die Wirbelsturm-Saison endet Ende November.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. August 2020 um 09:00 Uhr.