Überschwemmungen durch Hurrikan "Florence" in Swansboro, North Carolina | Bildquelle: AP

Tropensturm "Florence" Erste Tote, Hunderttausende ohne Strom

Stand: 14.09.2018 23:12 Uhr

Überschwemmungen, Schäden, Stromausfälle - und erste Todesopfer: Hurrikan "Florence", inzwischen zum Tropensturm herabgestuft, ist mit Wucht auf die US-Ostküste getroffen. Experten warnen vor langem Regen.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Das Auge von Hurrikan "Florence" hat die Küste erreicht. Mindestens vier Menschen kamen bereits ums Leben. Eine Frau und ihr Kleinkind seien gestorben, nachdem ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt war, teilte die Polizei mit. Eine dritte Person sei bei Arbeiten an einem Generator gestorben, hieß es aus dem Büro des Gouverneurs.

Gebäude evakuiert

Sturm und heftiger Regen richteten bereits in den Stunden zuvor Verwüstungen an: In Jacksonville ist ein Hotel so schwer beschädigt worden, dass es geräumt werden musste. "Wir erhielten einen Notruf. Unsere Rettungskräfte evakuierten das Hotel. Es waren 62 Gäste. Es gab keine Verletzten. Allen geht es jetzt gut", sagte der Bürgermeister von Jacksonville, Sammy Philipps, im Lokalfernsehen. Die Geretteten seien erst einmal in einem provisorischen Schutzraum untergebracht worden.

Hurrikan "Florence" erreicht die Küste
tagesthemen 21:45 Uhr, 14.09.2018, Claudia Buckenmaier, ARD Washington

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Rettungskräfte im Dauereinsatz

Derzeit gibt es nur vorläufige Berichte über Schäden. Es sind Momentaufnahmen. Überschwemmungen sind offenbar das größte Problem. Bei New Bern, einer Stadt 45 Kilometer von der Küste entfernt, mussten Rettungskräfte in den vergangenen Stunden mehr als 200 Mal ausrücken. Wirbelsturm "Florence" hat dort das Meerwasser so stark in die Mündung des lokalen Flusses gedrückt, dass die Pegel steigen.

Einsatzkräfte retten eine Frau und ihren Hund aus einem überfluteten Haus in James City. | Bildquelle: AFP
galerie

Einsatzkräfte retten eine Frau und ihren Hund aus einem überfluteten Haus in James City.

"Eine ganze Weile nicht zurückkehren"

Jetzt warten Bewohner darauf, aus den Wassermassen gerettet zu werden. Eine schnelle Rückkehr in die Häuser schließt der Chef der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA, Brock Long derzeit aus: "Wenn sie die Küste verlassen mussten und in einem Schutzraum leben, dann werden sie eine ganze Weile nicht zurückkehren können. Wenn der Sturm durchgezogen ist, können wir Bewohner zwischenzeitlich in Notunterkünften unterbringen. Irgendwann können sie zurück. Aber für einige wird es nicht mehr möglich sein, wenn wir uns die Schäden anschauen."

Menschen suchen in einer Notunterkunft in Grantsboro, North Carolina, Schutz vor dem Hurrikan "Florence". | Bildquelle: REUTERS
galerie

Menschen suchen Schutzunterkünfte auf wie hier in Grantsboro in North Carolina.

Sturmfluten von mehr als drei Metern

Das Sturmtief wurde noch in der Nacht auf die niedrigste Hurrikan-Kategorie zurückgestuft, inzwischen gilt er als Tropensturm mit Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometer pro Stunde. Der Wirbelsturm hat in Richtung Süden gedreht und zieht jetzt extrem langsam die Küste entlang - mit Sturmfluten von mehr als drei Metern. Die heftigen Regenfälle lassen kaum nach, die Behörden rechnen mit den schwersten Überschwemmungen erst zu Beginn der kommenden Woche.

In North Carolina sind Hunderttausende Menschen ohne Strom. FEMA-Chef Long bittet die Betroffenen um Geduld: "Die Lichter bleiben für viele Tage, wenn nicht gar Wochen aus. Deshalb sprechen wir von Katastrophen: Die Infrastruktur nimmt Schaden, der Wiederaufbau ist ein frustrierender Prozess."

Vom Tropensturm zum Hurrikan

Tropische Wirbelstürme entstehen über dem Meer, wenn das Wasser mindestens 26 Grad warm ist und stark verdunstet. Ihre Stärke wird nach der von den Meteorologen Herbert Saffir und Robert Simpson entwickelten Skala eingeteilt. Demnach ist in den USA bei einer maximalen Windgeschwindigkeit unter 63 Kilometern pro Stunde von einem Tropentief die Rede. Bei Tempo 63 bis 118 gilt es als Tropensturm, darüber wird Hurrikanstärke erreicht. Ein Hurrikan der Kategorie 1 reicht bis Tempo 153. Stufe 2 gilt bis 177, Stufe 3 bis 208 und Stufe 4 bis 251 Kilometer pro Stunde. Hurrikans der höchsten Kategorie 5 haben eine Windgeschwindigkeit von mehr als 252 Kilometern pro Stunde.

Hurrikans erzeugen zwar enorme Windgeschwindigkeiten, bewegen sich aber oft nur mit etwa 15 Kilometern in der Stunde vorwärts. Das ist verheerend, weil Niederschläge dann stunden- oder tagelang auf fast dasselbe Gebiet niederprasseln.

Oft nehmen Wirbelstürme bei ihrem Zug über das Meer an Stärke zu. Über Land verlieren sie schnell an Kraft, da der Nachschub feuchtwarmer Luftmassen fehlt. Bei Windgeschwindigkeiten unter 120 Kilometern pro Stunde wird ein Hurrikan zu einem Tropensturm herabgestuft.

Hurrikan Florence erreicht das Festland in North Carolina
Torsten Teichmann, ARD Washington
14.09.2018 17:13 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. September 2018 um 17:00 Uhr.

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

Darstellung: