Luftaufnahme der Bahamas nach dem Hurrikan "Dorian" | Bildquelle: TERRAN KNOWLES/OUR NEWS BAHAMAS

"Dorian" verwüstet die Bahamas "Wir werden die Hilfe der Welt brauchen"

Stand: 04.09.2019 07:53 Uhr

Meterhohe Wassermassen, zerstörte Ortschaften und immer mehr Todesopfer: "Dorian" hat die Bahamas schwer getroffen. Jetzt hofft der Inselstaat auf internationale Hilfe.

Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt

Erst drei Tage nachdem Hurrikan "Dorian" die Bahamas mit der höchsten Kategorie fünf getroffen hat, wird das Ausmaß der Katastrophe langsam sichtbar: Erste Luftaufnahmen der Abaco-Inseln im Nordosten zeigen totale Zerstörung. Im Cockpit eines Hubschraubers lautet der entsetzte Kommentar immer wieder: "Es ist verschwunden, es ist weg, unter Wasser."

Große Teile der Inseln liegen unter Wassermassen. Von Häusern sind nur Fundamente übrig, Schiffscontainer wurden wie Streichholzschachteln vom Hafen ins Landesinnere gewirbelt, Bäume sind verschwunden. Das, was vom einst hübschen Küstenort Marsh Harbour übrig ist, gleicht einem gigantischen Müllhaufen. Vom Elendsviertel "The Mudd", das vor allem von haitianischen Einwanderern bewohnt wurde, sind nur noch Trümmer übrig, die im Hochwasser dümpeln.

Ausmaß der Verwüstungen von Hurrikan "Dorian" zunehmend sichtbar
tagesschau 12:00 Uhr, 04.09.2019, Jakob Schaumann, ARD-aktuell

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Zahl der Toten steigt auf sieben

Wegen des andauernden Sturms waren erst gestern erste Überflüge möglich, mit an Bord war Premierminister Hubert Minnis. Unter dem Eindruck des Gesehenen sprach er von der schwersten Krise in der Geschichte seines Landes: "Von den 25 Verletzten, die von den Abaco-Inseln in ein Krankenhaus gebracht werden konnten, sind schon zwei verstorben. Damit sind es sieben Tote. Aber ich will ihnen noch einmal versichern, dass sie davon ausgehen müssen, dass wir weit mehr Todesopfer verzeichnen werden."

Dann bittet der Premier seine Landsleute, keine Fotos von im Wasser treibenden Leichen herumzuschicken. Wie viele Vermisste es gibt, weiß niemand. Denn es ist unklar, wer während des Hurrikans in Notunterkünften Zuflucht gesucht hatte und wie viele Bewohner dem Aufruf der Behörden nicht nachgekommen waren.

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Totale Verwüstung durch den Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas

Blick auf die vom Hurrikan ''Dorian'' zerstörte Insel Abaco

Zwei Tage wütete der Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas. Nach seinem Abzug wird das Ausmaß der Katastrophe langsam sichtbar. | Bildquelle: MICHELLE COVE/TRANS ISLAND AIR

"Wie in einer Waschmaschine"

Kaum jemand hatte damit gerechnet, dass "Dorian" über den Bahamas stehen bleiben und tagelang wüten würde. Auf Grand Bahama, etwas westlich der Abaco-Inseln, berichtet ein Mann dem Sender CNN von dem Moment, in dem die Flut kam: "Das Wasser schwappte über unser Dach - es war mindestens sieben Meter hoch." Alle Gegenstände seien herumgewirbelt worden wie in einer Waschmaschine. "Ich bekam einen Schlag ins Kreuz. Meine arme kleine Frau - sie ist auf die Küchenmöbel geklettert, aber die brachen zusammen und sie ertrank vor meinen Augen." Er selbst konnte sich ins Freie retten und schwamm um sein Leben.

Nahrungsmittel und Wasser erwartet

Noch am Dienstag herrschten auf Grand Bahama Hurrikan-Bedingungen, der Einsatz offizieller Rettungskräfte war nicht möglich. Alles steht unter Wasser, auch Flughäfen und Landepisten. Freiwillige Helfer eilen mit Jet Skis zu Verzweifelten, die in Häusern eingeschlossen sind, in denen meterhoch das Wasser steht.

Schiffe werden in den kommenden Tagen Nahrungsmittel und Wasser auf die verwüsteten Inseln bringen. Aus eigener Kraft können die Bahamas die Katastrophe nicht bewältigen. Die Chefin des Roten Kreuzes brachte es so auf den Punkt: Wir werden die Hilfe der Welt brauchen.

Hurrikan Dorian - Die Katastrophe wird sichtbar
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
04.09.2019 07:15 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 04. September 2019 Inforadio um 06:43 Uhr sowie um 07:08 Uhr und die tagesschau um 08:30 Uhr.

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