Hurrikan

"Dorian" schwächt sich ab und bleibt gefährlich

Stand: 03.09.2019 18:58 Uhr

Nachdem Hurrikan "Dorian" auf den Bahamas schwere Schäden verursacht hat, wurde der Sturm inzwischen von Experten auf Kategorie zwei von fünf herabgestuft. Florida könnte verschont bleiben.

Hurrikan "Dorian" hat die Bahamas schwer getroffen. Nun schwächte sich der Sturm im Lauf des Tages etwas ab. Das US-amerikanische Hurricane Center stufte ihn inzwischen von der höchsten Kategorie fünf auf die Kategorie zwei herunter. Die Experten mahnten jedoch erneut, dass der Sturm weiterhin extrem gefährlich sei.

Der Wirbelsturm entwickele derzeit Windböen mit einer Geschwindigkeit von 175 Kilometer pro Stunde. Das liegt ganz knapp unterhalb der Schwelle zu einem Hurrikan der Kategorie drei. Zuvor lagen bei seiner Ankunft in dem karibischen Inselstaat die Windgeschwindigkeiten bei bis zu 300 Kilometer pro Stunde.

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Hurrikan "Dorian" richtet schwere Zerstörungen auf den Bahamas an

tagesthemen 22:15 Uhr, 03.09.2019, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

"Dorian" richtete auf den Bahamas schwere Schäden an. Ihr gesamtes Ausmaß ist noch nicht abzuschätzen. Nach ersten Zählungen wurden mindestens 13.000 Häuser schwer beschädigt oder fast zerstört - das sind fast die Hälfte aller Gebäude auf Grand Bahama und Abaco. Vieles, was dem Sturm noch standgehalten hatte, wurde von mächtigen Atlantikwellen fortgerissen. Ministerpräsident Hubert Minnis sprach von einer "beispiellosen Verwüstung". "Wir befinden uns inmitten einer historischen Tragödie", sagte er.

Auf den Abaco-Inseln kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. Der Minister für nationale Sicherheit, Marvin Dames, sagte aber, die Zahl der Todesopfer werde steigen. Unter den fünf bestätigten Toten seien Kinder, zitierte ihn die Zeitung "The Nassau Guardian". Es handle sich um "eine Krise epischer Ausmaße". "Wir hoffen und beten, dass der Verlust von Leben begrenzt ist", sagte Gesundheitsminister Duane Sands. Zudem hoffe er auf medizinische Einsatzteams, um Gewissheit über die Lage zu bekommen.

Die Vereinten Nationen und das Rote Kreuz mobilisierten inzwischen Helfer und stellten Geld für den Notfalleinsatz auf den beiden Inseln der Bahamas mit ihren 70.000 Einwohnern bereit. Die Karibische Katastrophenschutzagentur CDEMA werde bei Such- und Rettungseinsätzen Drohnen nutzen, teilte der frühere Regierungssprecher Latrae Rahming auf Twitter mit.

Satellitenbild von Hurrikan "Dorian" über den Bahamas. Premierminister Hubert Minnis spricht von einer schrecklichen Tragödie.

Im Lauf des Tages wird der Wirbelsturm nach Berechnungen des US-amerikanischen Hurricane Centers von den Bahamas ablassen und in Richtung US-Küste weiterziehen. Dort wurden große Abschnitte bereits evakuiert. Nach den Bahamas sollte er sich Florida annähern, doch die neuesten Computermodelle lassen Prognosen zu, dass er die Küste nicht mehr erreichen dürfte, da er auf dem Weg seinen Kurs änderte.

Die Auswirkungen in Florida, wie auch in den angrenzenden US-Bundesstaaten, dürften nun geringer ausfallen als ursprünglich befürchtet. Die Bewohner der betroffenen US-Staaten machen sich aber auf Sturmböen, Regen und Flutwellen in den kommenden Tagen gefasst. Dort liefen in den vergangenen Tagen intensive Vorbereitungen für den Sturm: Menschen verbarrikadierten ihre Häuser, füllten Sandsäcke und deckten sich mit Notvorräten ein, manche suchten auch Zuflucht in Notunterkünften.

Mit Informationen von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko-Stadt.

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Hurrikan "Dorian" richtet katastrophale Schäden auf Bahamas an
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko City
03.09.2019 05:42 Uhr