Eine Frau sitzt vor einem Zelt in einem UNHCR-Flüchtlingslager bei Mossul (Irak) | Bildquelle: AFP

UN-Prognose für 2019 132 Millionen werden Hilfe brauchen

Stand: 04.12.2018 12:11 Uhr

Es ist eine düstere Prognose der UN: 132 Millionen Menschen werden im kommenden Jahr auf humanitäre Hilfe angewiesen sein. Absehbar ist aber auch: Längst nicht alle werden diese Hilfe bekommen.

Wegen Konflikten und Naturkatastrophen rechnen die Vereinten Nationen damit, dass im kommenden Jahr 132 Millionen Menschen humanitäre Hilfe brauchen werden. Vor allem die vielen bewaffneten Konflikte wie im Südsudan, in Syrien und Afghanistan stürzten die Bevölkerung in Hunger und Elend, warnte der UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in Genf. Etliche Konflikte zögen sich bereits über Jahre hin und verlängerten das Leiden der Opfer immer weiter.

Von den 132 Millionen Bedürftigen könnten die UN und ihre Partnerorganisationen die Schwächsten 94 Millionen mit dem Nötigsten versorgen, sagte Lowcock - etwa mit Unterkünften, Nahrung, Medizin und Notschulen. Für mehr reiche das Geld nicht. Die übrigen 38 Millionen Leidenden müssten Regierungen und andere Hilfswerke unterstützen.

Ein unterernährter Junge in einem Krankenhaus im Jemen | Bildquelle: AP
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Die größte humanitäre Notlage der Gegenwart nennen die UN die Lage im Jemen, wo Millionen auf Hilfe angewiesen sind - so wie dieser Junge.

Millarden Dollar werden gebraucht

Um ihre Nothilfe zu finanzieren, veranschlagt die Weltorganisation für 2019 einen Bedarf von voraussichtlich rund 25 Milliarden US-Dollar. Das ist in etwa das Niveau des Vorjahres. Allein für die Syrien-Hilfe seien drei Milliarden nötig.

Für 2018 hatten die Vereinten Nationen die Geberländer um 24,9 Milliarden Dollar Hilfsgelder gebeten. 56 Prozent - rund 14 Milliarden Dollar - davon kamen bis Mitte November zusammen, wie aus dem Nothilfebericht der UN-Organisation für Nothilfe (Ocha) hervorgeht.

Flüchtlingslager des UNHCR bei Mossul | Bildquelle: AFP
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Auch bei Mossul (Irak) kümmern sich die UNHCR um Flüchtlinge und Vertriebene.

Wo die Hilfe ankommt

Im Jemen hätten 2018 jeden Monat durchschnittlich etwa acht Millionen Kinder, Frauen und Männer Lebensmittelrationen erhalten. In Syrien seien monatlich rund 5,4 Millionen Bedürftige mit Medikamenten, Unterkünften und anderen Hilfsgütern versorgt worden. Auch Opfer von Naturkatastrophen seien im laufenden Jahr unterstützt worden.

"Humanitäre Hilfe kann keine langfristigen politischen Lösungen und Entwicklungshilfe ersetzen, auf die Menschen in Not so verzweifelt hoffen", sagte Lowcock.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 04. Dezember 2018 um 17:39 Uhr.

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