Ministerin von der Leyen in Mali | Bildquelle: dpa

Nach Hubschrauberabsturz Von der Leyen besucht Soldaten in Mali

Stand: 30.07.2017 07:04 Uhr

Nach dem tödlichen Hubschrauber-Absturz in Mali besucht Verteidigungsministerin von der Leyen die Truppe in dem westafrikanischen Land. Der Flugschreiber wurde gefunden und soll nun Auskunft über die Absturzursache geben.

Nur wenige Tage nach dem tödlichen Absturz eines Tiger-Kampfhubschraubers in Mali ist Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei den stationierten Bundeswehr-Soldaten im Camp Castor in Gao eingetroffen.

Die Reise nach Mali und Niger war schon mehrere Wochen lang geplant. Allerdings wurde der Besuch wegen des Hubschrauberunglücks vorgezogen und verlängert. Die Ministerin will sich vor Ort ein Bild von den Ermittlungen zur Ursache des Hubschrauberabsturzes machen. Von der Leyen will den ganzen Sonntag mit den Soldaten verbringen, auch ein Feldgottesdienst steht auf dem Programm.

Am Mittwoch waren zwei Soldaten mit ihrem Hubschrauber abgestürzt und ums Leben gekommen. Bislang spricht nichts für einen Angriff oder Abschuss.

Danach will von der Leyen nach Niger weiterfliegen. Dort nutzt die Bundeswehr einen Stützpunkt als logistisches Drehkreuz für den Einsatz im Norden Malis. Letzte Station ihrer Reise, die sie teilweise gemeinsam mit der französischen Verteidigungsministerin Florence Parly absolviert, wird ein Besuch in der malischen Hauptstadt Bamako sein.

Frankreichs Armee ist mit dem Anti-Terror-Einsatz im eigenen Land und den Missionen vor allem in Afrika am Rande ihrer Kräfte. Präsident Emmanuel Macron dringt daher auf ein stärkeres militärisches und finanzielles Engagement Deutschlands in den früheren französischen Kolonien.

Ein Kampfhubschrauber des Typs "Tiger" landet am 25.03.2017 erstmals in Gao, Mali. | Bildquelle: dpa
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Ein Kampfhubschrauber des Typs "Tiger" landet Ende März erstmals in Gao, Mali.

Flugdatenschreiber entdeckt

An dem Ort des Absturzes wurde einer der beiden Flugdatenschreiber des Hubschraubers entdeckt. Es sei wegen der schweren Beschädigungen des Geräts allerdings unklar, ob die Daten ausgewertet werden könnten, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums.

Bislang ist offen, weshalb der deutsche Kampfhubschrauber des Typs Tiger am Mittwoch 70 Kilometer nordöstlich von Gao abstürzte. Ein Expertenteam der Bundeswehr untersucht dies derzeit.

Es waren die ersten Todesfälle für die Bundeswehr in Mali, wo deutsche Soldaten seit 2013 im Einsatz sind. In der Wüstenstadt Gao sind derzeit rund 800 deutsche Soldaten als Teil der UN-Blauhelm-Mission Minusma stationiert, die die Einhaltung des Friedensabkommens zwischen Regierung und Rebellen überwacht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. Juli 2017 um 21:44 Uhr.

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