Meng Wanzhou | Bildquelle: MAXIM SHIPENKOV/EPA-EFE/REX/Shut

Fall Meng Huawei-Managerin kommt auf Kaution frei

Stand: 12.12.2018 01:30 Uhr

Die chinesische Huawei-Managerin Meng ist gegen Kaution in Millionenhöhe vorerst freigelassen worden. Weitere Auflagen gegen die 46-Jährige sind streng, unter anderem muss sie ein GPS-Gerät tragen.

Die Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou kommt gegen eine millionenschwere Kaution frei. Das entschied ein kanadisches Gericht nach dreitägiger Verhandlung. Die Top-Managerin und Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei hinterlegt umgerechnet 6,6 Millionen Euro, um bis zur endgültigen Entscheidung über ihre drohende Auslieferung in die USA aus der Haft entlassen zu werden.

Das Gericht genehmigte die Kaution nur unter mehr als einem Dutzend Bedingungen, unter anderem muss Meng ihre Pässe abgeben. Zudem muss die 46-Jährige ein Gerät zur GPS-Ortung tragen und sich rund um die Uhr von einem Wachdienst beaufsichtigen lassen, für den sie selbst bezahlt. Sie darf sich auch nur in einem bestimmten Teil von Vancouver bewegen.

Pro-Meng-Protest vor dem kanadischen Gericht | Bildquelle: AFP
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Pro-Meng-Protest vor dem kanadischen Gericht

Trump würde eingreifen

Meng war auf Geheiß der USA am 1. Dezember am Flughafen von Vancouver festgenommen worden. Die USA beschuldigen Huawei, mithilfe einer Hongkonger Strohfirma Ausrüstung an den Iran verkauft zu haben und damit gegen US-Sanktionen verstoßen zu haben. Meng wird zudem zur Last gelegt, amerikanische Banken über ihre angeblichen Geschäfte mit dem Iran in die Irre geführt zu haben. Der Telekommunikationskonzern hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Bei einer Auslieferung und Verurteilung würden ihr in den USA laut Anklage 30 Jahre Haft wegen "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" drohen. In einem Interview deutete US-Präsident Donald Trump an, in den Fall eingreifen zu wollen, wenn dies seinem Land nütze. Konkret erwähnte er den Handelsstreit mit China. Sollte seine Intervention dabei helfen, einen "Trade-Deal" zu erreichen, würde er es tun, sagte Trump gegenüber Reuters.

Beziehungen belastet

Der Fall belastet die Beziehungen Chinas zu den USA und Kanada. An den Finanzmärkten regten sich Sorgen wegen einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen Peking und Washington. China hat scharf gegen Mengs Festnahme protestiert und ihre sofortige Freilassung gefordert.

Der kanadische Ex-Diplomat Michael Kovrig wurde in China verhaftet. Er hatte sein Land in Peking, Hongkong und bei den UN in New York vertreten. "Wir wissen von der Festnahme eines kanadischen Staatsbürgers in China", teilte das kanadische Außenministerium mit. Man stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden wegen des Falls. Der Minister für Öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, sagte in Ottawa, man sei "zutiefst besorgt" über die Festnahme.

Chinesische Huawei-Finanzchefin Meng gegen Kaution in Kanada frei
Georg Schwarte, ARD New York
12.12.2018 07:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Dezember 2018 um 04:58 Uhr.

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