In dieser Skizze des Gerichtssaals sitzt Meng Wanzhou (re) neben einem Übersetzer während einer Kautionsantrags-Verhandlung vor dem Obersten Gerichtshof von British Columbia. | Bildquelle: dpa

Inhaftierte Huawei-Managerin China droht mit Konsequenzen

Stand: 09.12.2018 17:13 Uhr

Seit einer Woche sitzt die Finanzchefin des chinesischen Tech-Konzerns Huawei in Kanada in Haft. Sie soll gegen Iran-Sanktionen verstoßen haben. Die Regierung in Peking bestellte nun Kanadas Botschafter ein.

Nach dem kanadischen Botschafter hat die chinesische Regierung im Fall der in Vancouver inhaftierten Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou auch den US-Botschafter einbestellt.

Chinas stellvertretender Außenminister Le Yucheng habe gegenüber dem Botschafter Terry Branstad "heftigsten Protest" geäußert, hieß es aus dem Außenministerium in Peking. Die Rechte und Interessen einer chinesischen Bürgerin würden "ernstlich" verletzt. Die USA sollten den Haftbefehl gegen Meng sofort aufheben, forderte Yuchenq.

Am Samstag hatte die chinesische Regierung bereits den kanadischen Botschafter einbestellt, auch in diesem Fall zum Gespräch mit Yuchenq. China forderte von Kanada erneut die Freilassung der Huawei-Chefin. Das Vorgehen der kanadischen Behörden ignoriere das Gesetz und sei "abscheulich".

Meng Wanzhou
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Meng Wanzhou sitzt seit einer Woche in Haft.

Festnahme auf Betreiben der US-Behörden

Die Finanzchefin des chinesischen Tech-Konzerns Huawei, die zugleich stellvertretende Vorstandschefin und Tochter des Konzerngründers Ren Zhengfei ist, war am vergangenen Samstag auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Sie werfen Meng einen betrügerischen Verstoß gegen Iran-Sanktionen der USA vor. Bei einer Verurteilung drohen ihr bis zu 30 Jahre Haft. Ob sie auf Kaution auf freien Fuß kommt, soll ein Gericht in Vancouver am Montag entscheiden.

An den Finanzmärkten hatte der Vorfall Sorgen wegen einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen China und den USA ausgelöst und zeitweise zu starken Kursverlusten geführt.

Huawei ist mit seinen 180.000 Mitarbeitern der weltgrößte Netzwerkausrüster und der zweitgrößte Produzent von Smartphones. Der Aufstieg und der Ausbau der Geschäfte im Ausland in den vergangenen Jahren war rasant. Die Eignerstruktur ist jedoch undurchsichtig, westliche Geheimdienste haben Sicherheitsbedenken. Sie fürchten Einflussnahme durch die Regierung in Peking, Spionage und Störung der nationalen Netze.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Dezember 2018 um 08:55 Uhr.

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