Die Niederlassung von Huawei und der Forschungstochter im Silicon Valley. | Bildquelle: REUTERS

Futurewei in Kalifornien Huawei-Tochter streicht viele US-Jobs

Stand: 23.07.2019 11:03 Uhr

Wegen der US-Sanktionen gegen Huawei entlässt die US-Forschungstochter Futurewei mehr als 70 Prozent ihrer Mitarbeiter. Wie das Unternehmen mitteilte, werden betroffenen Mitarbeitern Abfindungspakete angeboten.

Die US-Forschungstochter des chinesischen Technologiekonzerns Huawei, Futurewei Technologies, entlässt mehr als 600 der 850 Mitarbeiter. Das Unternehmen bestätigte einen entsprechend Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Der Stellenabbau sei "aufgrund der Einschränkung des Geschäftsbetriebs" durch Maßnahmen der US-Regierung notwendig.

"Entscheidungen wie diese sind nie leicht zu treffen", teilte Huawei zu den Stellenstreichungen mit. Berechtigten Mitarbeitern würden Abfindungspakete angeboten. Futurewei werde weiterhin in den USA tätig sein.

Vorwurf der Spionage

Vor etwa zwei Monaten hatte die US-Regierung Huawei auf eine schwarze Liste gesetzt. Damit ist es für die US-Tochter illegal, bestimmte Technologien an den Mutterkonzern weiterzuleiten. US-Firmen ist es untersagt, mit Huawei ohne besondere Genehmigung Geschäfte zu tätigen.

Die USA werfen China Spionage über staatlich gelenkte Industrieunternehmen vor. Nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump könnte Huawei in solch eine Praxis von Peking eingebunden sein. Huawei wies entsprechende Vorwürfe stets kategorisch zurück.

Mehr als 2100 Patente eingereicht

Ein Mitarbeiter von Futurewei Technologies, der nicht von Entlassung betroffen ist, erklärte, seit den US-Verboten sei die Arbeit praktisch zum Stillstand gekommen.

Das Unternehmen unterhält auch Büros in den Ballungsgebieten um Seattle, Chicago und Dallas. Ursprünglich war eine enge Zusammenarbeit von Futurwei mit amerikanischen Universitäten und Forschungseinrichtungen geplant. Dem US-Patentamt zufolge hat das Forschungsunternehmen mehr als 2100 Patente eingereicht.

"Rechtzeitig darüber befinden"

Trump kündigte eine baldige Entscheidung über eine mögliche Wiederaufnahme der Geschäfte von US-Unternehmen mit Huawei an.

Er werde darüber "rechtzeitig" befinden, sagte der US-Präsident bei einem Treffen mit den Chefs großer US-Technologiekonzerne wie Cisco, Intel und Alphabet. Die Manager der US-Konzerne hätten ihre "starke Unterstützung" für nationale Sicherheitsbeschränkungen bekundet, erklärte das Weiße Haus.

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